|
Brief von Dr. Jerry Bergman an Prof. Dr. Gerhard Besier
Sehr geehrter Herr Dr. Gerhard Besier,
kürzlich wurde ich auf den Artikel von Richard Singelenberg mit dem Titel: Die Elternschaft von Zeugen Jehovas usw. aufmerksam. Ich würde darauf gerne in einer in Kürze erscheinenden Zeitschrift antworten. Der Artikel entstellt in grober Weise meine Person und meine Arbeit. Könnten Sie mir auch sagen, was es mit der Hintergrundinformation in den Memos und den Diskrepanzen bezüglich veröffentlichter Werke (Seite 1 ff., Besier-Archiv) und der Aussage, ich bezeichnete mich als Verfasser von Büchern, die ich nie geschrieben habe (Erklärung unter Eid von Harriet P. Stockanes, University of Illinois Press, vom 20. Dezember 1988, Besier-Archiv), auf sich hat? Bitte setzen Sie mich darüber in Kenntnis. Jerry Bergman, BS, Med, MA, Ph.D, MSBS, Ph.D. Schicken Sie Ihre Antwort an Bernard Kirk (Deutschland). Um Ihre E-mail angemessen zu beantworten, benötige ich mehr Informationen und Zeit, um die Belege auszugraben, die meine Aussagen beweisen. Dennoch will ich kurz aus dem Stegreif antworten.
"Es ist schon erstaunlich, dass die Gegenpartei/der Kläger Gerald Bergman zitiert, um ihre falschen Behauptungen über die Religionsgemeinschaft der Zeugen Jehovas, wie zum Auftreten von Depressionen und verhüllten Aggressionen, zu stützen."
Die genannte Aussage ist reine Beschimpfung und unverantwortlich. Meine Behauptungen sind in der veröffentlichten und unveröffentlichten Literatur gut belegt. Ich kenne mehr als ein Dutzend Untersuchungen, die zu demselben grundlegenden Schluss kommen, nämlich, dass die Wachtturm-Gesellschaft große Probleme in Sachen seelischer Gesundheit hat, was beweist, dass ihre oft aufgestellte Behauptung, "Jehovas Zeugen [seien] das glücklichste Volk auf Erden", falsch ist.
"Die allgemeinen Behauptungen von Gerald Bergman sind unbewiesen. Es fehlt ihnen jegliche wissenschaftliche Grundlage." ("Stigmas and Stereotypes: Child Custody Decisions and Jehovah's Witness' Parenthood" von Richard Singelenberg in Religion - Staat - Gesellschaft *, herausgegeben von Gerhard Besier und Hubert Seiwert).
In meinen vielen Publikationen über die Zeugen Jehovas habe ich Dutzende von Quellen zitiert, die zeigen, dass meine Ergebnisse an diesem Punkt der Forschung gültig sind. Richard Singlenberg ist Anthropologe und in keiner Weise Therapeut, er ist nicht objektiv und soweit ich weiß, hat er der Wachtturm-Gesellschaft als gut bezahlter Apologet gedient. Und er hat auch keine neue empirische Untersuchung auf dem Gebiet der seelischen Gesundheit abgeschlossen, und nach meiner Erfahrung kennt er einen Großteil der relevanten Literatur nicht.
"Gerald Bergman ist gut bekannt für sein Engagement als klarer Gegner der Zeugen Jehovas."
Auch das ist eine Beschimpfung und ignoriert alle Artikel und meine Arbeit, in der ich den Zeugen wohlwollend gegenüberstand. Ich habe mich auch mit Amnesty International zum Wohle der Zeugen beraten. Ich bin dagegen, Menschen in eine Lage zu bringen, die ihr Leben bedroht, wie wenn man lebensrettende medizinische Behandlungen wie Impfungen, das Verabreichen von Faktor-VIII-Präparaten oder Organtransplantationen verweigert, wie es die Wachtturm-Gesellschaft früher einmal getan hat, oder wenn man Lügen vor Gericht gutheißt, wie es die Wachtturm-Gesellschaft heute lehrt.
"In den 1980er Jahren kam er mehr als einmal mit dem Gesetz in Konflikt, weil er akademische Titel führte, auf die er kein Recht hatte." (US District Court, Toledo, Ohio No. C. 80-390, 5.Dezember, 1985, Seite 2, Fundstelle 1; 6.Dezember 1985. Seite 12, Fundstelle 35).
Ich bin nie "mit dem Gesetz in Konflikt" gewesen, weil ich akademische Titel geführt hätte, auf die ich kein Recht gehabt hätte. Ich bin mein Leben lang auch nie wegen irgend etwas im Gefängnis gewesen. Ich habe wohl ein paar geringfügige Strafzettel im Straßenverkehr erhalten, und das einzige andere Mal, dass ich Probleme mit dem Gesetz hatte, war, als ich als Zeuge Jehovas vor der Musterungsbehörde stand, ein Konflikt, aus dem mich der Wachtturm mit Methoden herausholte, die ich heute als unmoralisch ansehe. Die Fundstelle 1 sagt nichts darüber, dass ich "akademische Titel geführt hätte, auf die ich kein Recht gehabt hätte", sondern ist eine simple Tatsachenfeststellung. Weil ich mit meiner Doktorarbeit nicht so schnell wie erwartet fertig wurde, wurde ich in den Rang eines Ausbilders gesetzt. Die Behauptung, der Vertrag sei unrichtig gewesen, wurde im Berufungsverfahren behandelt. Man hat mir einen Vertrag angeboten, und ich habe ihn unterschrieben. Wenn das "unrichtig" war, war das die Schuld der Universität und nicht meine (eine Tatsache, die man mir persönlich gegenüber zugegeben hat). Ich kann nichts Verkehrtes daran erkennen, wenn ich einen Vertrag unterschrieben habe, der mir angeboten wurde. Man hat mir auch einen Rang in dem Vertrag angeboten, der von beiden Seiten unterzeichnet wurde, also habe ich jedes Recht, diesen Titel zu führen, und der Richter behauptet hier nicht, ich hätte ohne Recht darauf einen Titel geführt. Das kann anhand der Unterlagen bewiesen werden, die der Wachtturm anführt, und es ist ein gutes Beispiel für die ständigen Lügereien, zu denen die Wachtturm-Anwälte greifen. Die amerikanischen Gerichte haben generell nichts wegen dieses Lügens unternommen, und das ist hier ein großes Problem. Die amerikanischen Gerichte haben viele Unzulänglichkeiten, wie die Befunde in einer Untersuchung zeigen, dass einer von sieben Insassen in Todeszellen zu Unrecht verurteilt wurde. Wenn ein Arzt einen von sieben Patienten umbrächte, käme er sicher in eine Todeszelle. Ich hoffe doch sehr, dass die deutschen Gerichte bereit sein werden, zu versuchen, diesem Verhalten ein Ende zu setzen. (Siehe das beiliegende Papier zur theokratischen Kriegsführung.) Ich werde mich freuen, wenn nötig mit dem Fall Bowling Green zu tun zu haben. Es ist klar, dass das nicht im Interesse der Wachtturm-Gesellschaft liegt. Sie verleumden mich lieber, um meine Untersuchungen in Misskredit zu bringen. Hätten sie ein Interesse daran, die Wahrheit herauszufinden, dann hätten sie sich mit beiden Seiten in Verbindung gesetzt, um eine faire und objektive Bewertung zu verfassen, und sie hätten die Hunderte von Quellen zu Rate gezogen, in denen der BGSU-Fall diskutiert wird. Ich habe mehrere Jahre lang Bestrafungsmethoden auf Collegeniveau gelehrt, war einmal bei einem großen Kreisgericht angestellt und habe auch in einem der größten geschlossenen Gefängnisse der Welt (SPSM in Michigan) gearbeitet. Es ist für mich offensichtlich, und das sollte es für jeden sein, der mit Gerichten zu tun hat, wenn man einen guten Fall hat, drischt man auf die Fakten ein; wenn nicht, auf die Person. Selbst wenn alle Behauptungen in dem Wachtturm-Schriftsatz über mich wahr wären, sind sie großenteils irrelevant. Der Wachtturm sollte meine Schlussfolgerungen angreifen und nicht mich als Person. Tatsache ist, dass sie mich als Person angreifen, und in den zig Fällen, mit denen ich zu tun hatte, und bei denen der Wachtturm auch beteiligt war, sind sie nie in der Lage gewesen, meine von mir vorgelegten empirischen Daten zu widerlegen (und daher konzentriert sich die Wachtturm-Gesellschaft darauf, mich als Person anzugreifen). Wenn es Untersuchungen gibt, die zeigen, dass die "Zeugen Jehovas das glücklichste Volk auf Erden" sind, dann sollten sie die vor Gericht anbringen. Meine Schlussfolgerungen anzugreifen, geht in jedem Handlungsrahmen völlig in Ordnung, aber mich als Person anzugreifen, ist in jedem Handlungsrahmen unangebracht, besonders für eine Gruppe, die behauptet, die einzig wahren Christen zu sein. Dieser kurze Auszug ist ein ausgezeichnetes Beispiel für ihr unaufrichtiges Verhalten und beweist nicht mehr, dass meine Schlussfolgerung falsch ist, als die Tatsache, dass Einstein grausam zu seiner Frau war, die Relativitätstheorie als falsch erweist. Keiner der Autoren dieser Quellenangabe bei Besier hat sich je mit mir besprochen, als er den Quellenverweis entwarf; sie haben offensichtlich beleidigende unwahre Aussagen veröffentlicht. Ich habe einen Aktenschrank voller Dokumente über Bowing Green, und Dutzende Artikel sind über diesen Fall veröffentlicht worden. Es sind auch mehrere Bücher veröffentlicht worden, die den Fall in allen Einzelheiten besprechen. Es ist grob unverantwortlich, über diese Sache ohne Zuhilfenahme dieser umfangreichen Literatur zu schreiben.
"Er hat auch behauptet, mehr als 400 Artikel verfasst zu haben (Hintergrundinformationen und Diskrepanzen in bezug auf veröffentlichte Werke, Seiten 1 ff. Besier-Archiv), und bezeichnete sich selbst als Autor von Büchern, die er nie geschrieben hat" (Erklärung unter Eid von Harriet P. Stockanes, University of Illinois Press, vom 20.Dezember 1988, Besier-Archiv).
Ich benötige mehr Informationen darüber. Was die Nachricht vom 15.3.2001 angeht, ich hatte mehr als 500 Veröffentlichungen im Druck. Was die Behauptung angeht, ich hätte mich selbst als Autor von Büchern bezeichnet, die ich nie geschrieben habe, so ist dies eine weitere Lüge. Ich habe nie ein Buch bei der University of Illinois Press veröffentlicht, und die Wachtturm-Gesellschaft weiß dies von anderen Fällen. Sie glauben wohl, sie kämen so einfach mit diesen Behauptungen durch, von denen sie wissen sollten, dass sie falsch sind (siehe Anlage), weil ich in einem anderen Land lebe. Leider muss ich immer wieder auf solche Behauptungen antworten, und ich kann nicht einsehen, warum die Gerichte nichts wegen dieser Lügen unternehmen sollten, die sich in diesem Fall zum Teil anhand der eigenen Wachtturm-Dokumente als solche erweisen, wie in ihrer Aussage an mich per
eMail zitiert. Die beigefügten Unterlagen sind in bezug auf das Datum, wo sie komplettiert wurden, genau.
Dieses resultiert aus einem Sorgerechtsfall, den KIDS e.V. bearbeitet. Der betroffenen Vater hatte von seiner
Anwältin in dem Schreiben an die Gegenseite einiges aus dem Buch von J. Bergman "Zur seelischen Gesundheit"
einfließen lassen. Daraus wurde dann aus dem Archiv
von Besier und Seiwert, beide Professoren, Richard Singelenberg aus der
Broschüre "Religion -Staat -Gesellschaft" zitiert.
Nach und nach werden wir die ganzen Schriftsätze in unsere Web setzen.
Natürlich
ist auch der gesamte Vorgang dem Senat in Berlin
zugänglich gemacht worden.
KIDS e.V. c/o Jutta Birlenberg
|