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Unsere
Kinder vor einer Bluttransfusion schützen
"Siehe!
Söhne sind ein Erbe von Jehova" (Ps.127:3). Wenn
Eltern ein solches kostbares Erbe von Jehova haben,
obliegt ihnen die schöne, aber ernste Verantwortung,
ihre Kinder zu schulen, für sie zu sorgen und sie zu
schützen. Haben wir beispielsweise jeden vernünftigen
Schritt unternommen um unsere minderjährigen Kinder
vor einer Bluttransfusion zu schützen? Wie würden
unsere Kinder reagieren, wenn sie mit der Möglichkeit
einer Transfusion konfrontiert würden? Haben wir im
Familienkreis darüber gesprochen, was getan werden
kann, um in einer Notsituation, in der eine Transfusion
droht, wirkungsvoll vorzugehen?
Die
Familie auf solche Situationen vorzubereiten muß kein
Grund zur Furcht oder für unnötigen Streß sein. Wir
können uns zwar nicht auf jeden Eventualfall des
Lebens einstellen und vorbereiten, aber es gibt viele
Dinge, die Eltern im voraus tun können, um die Kinder
vor einer Transfusion zu schützen. Eine Vernachlässigung
dieser Verantwortung könnte dazu führen, daß unserem
Kind bei einer ärztlichen Behandlung Blut übertragen
wird. Was kann getan werden? Eine feste Überzeugung
wichtig: Wir sollten ernsthaft darüber nachdenken, wie
fest unsere persönliche Überzeugung in bezug auf
Gottes Gesetz über das Blut ist. Belehren wir unsere
Kinder, Jehova in dieser Hinsicht zu gehorchen, wie wir
sie über seine Gesetze in bezug auf Ehrlichkeit,
Sittlichkeit, Neutralität und andere Aspekte des
Lebens belehren? Denken wir wirklich so, wie Gottes
Gesetz gemäß 5.Mose 12:23 gebietet: "Sei nur
fest entschlossen, nicht das Blut zu essen"? In
Vers 25 heißt es weiter: "Du sollst es nicht
essen, damit es dir und deinen Söhnen nach dir gutgeht,
weil du tun wirst, was recht ist in den Augen
Jehovas." Ein Arzt könnte behaupten, daß bei
unserem kranken Kind "mit Blut alles in Ordnung
kommen wird", doch wir müssen, schon bevor ein
Notfall eintritt, fest entschlossen sein, Blut für uns
und für unsere Kinder abzulehnen, da wir unser Verhältnis
zu Jehova für kostbarer erachten als die angebliche
Verlängerung des Lebens unter Mißachtung des Gesetzes
Gottes. Gottes Gunst heute und das künftige ewige
Leben stehen auf dem Spiel!
Ja,
Jehovas Zeugen möchten leben. Sie wollen nicht
sterben. Sie möchten leben, damit sie Jehova preisen
und seinen Willen tun können. Deshalb gehen sie auch
ins Krankenhaus und lassen ihre Kinder dort behandeln.
Sie bitten Ärzte, sie zu behandeln, und wenn man ihnen
sagt, eine Bluttransfusion sei die Standardmethode oder
die medizinisch indizierte Behandlung, bitten sie um
eine blutfreie medizinische Behandlung. Es gibt viele
Alternativen zum Blut. Sie werden von erfahrenen Ärzten
angewendet. Eine solche alternative Behandlung ist
keine Quacksalberei, sondern besteht aus medizinisch
vernünftigen Behandlungen und Verfahren, die in führenden
medizinischen Zeitschriften dokumentiert sind. Tausende
von Ärzten auf der ganzen Welt arbeiten mit uns
zusammen, indem sie uns eine gute medizinische
Behandlung ohne die Verwendung von Blut zukommen
lassen, wiewohl es manchmal noch ein Problem ist, Ärzte
zu finden, die Kinder von Zeugen ohne Blut behandeln.
Einen
Arzt finden, der zur Zusammenarbeit bereit ist: Ärzte
müssen sich bei der Behandlung der Patienten um vieles
kümmern, und wenn wir sie bitten, unser Kind ohne Blut
zu behandeln, wird die Herausforderung noch größer.
Manche Ärzte sind vielleicht einverstanden, bei der
Behandlung Erwachsener deren Wünsche Blut betreffend
zu respektieren, sofern eine entsprechende
Haftungsbefreiung unterschrieben wird. Einige sind in
ähnlicher Weise bereit, Minderjährige zu behandeln,
die gezeigt haben, daß sie Reife besitzen, da einige
Gerichte entschieden haben, daß reife Minderjährige
das Recht haben, in medizinischer Hinsicht selbst zu
entscheiden. (Eine Abhandlung darüber, was einen
reifen Minderjährigen auszeichnet, ist im Wachtturm
vom 15. Juni 1991, Seite 16, 17 zu finden.) Ärzte mögen
sich jedoch weigern, kleine Kinder, vor allem Säuglinge
zu behandeln, solange ihnen nicht gestattet wird, Blut
zu geben. Tatsächlich werden nur sehr wenige Ärzte
bei der Behandlung eines Kindes die feste Zusage geben,
unter keinen Umständen Blut zu verwenden. Aus
medizinischen und rechtlichen Gründen glauben die
meisten Ärzte fälschlicherweise, eine solche Garantie
nicht geben zu dürfen. Dennoch sind immer mehr Ärzte
bereit, sich der Kinder von Zeugen Jehovas anzunehmen
und dabei so weit zu gehen, wie es ihrer Ansicht nach möglich
ist, unsere Wünsche in bezug auf Blut zu respektieren.
Wie verhält
es sich angesichts dessen, wenn wir bei unserer Suche
nach dem richtigen Arzt für unser Kind jemand finden,
der bisher mit Jehovas Zeugen gut zusammengearbeitet
hat und in der Vergangenheit dasselbe blutfreie
Verfahren bei anderen Zeugen angewendet hat, jedoch der
Ansicht ist, daß ihm das Gesetz nicht gestattet, uns
die absolute Garantie zu geben, daß kein Blut
verwendet wird? Er versichert uns jedoch, daß es
seiner Meinung nach auch diesmal keine Probleme geben
wird. Wir mögen zu dem Schluß kommen, dies sei unsere
beste Möglichkeit. Unter diesen Umständen mögen wir
schlußfolgern, daß wir die Erlaubnis für das weitere
Vorgehen geben können. Wir müssen jedoch trotzdem
deutlich darlegen, daß wir mit der Erlaubnis für die
Behandlung unseres Kindes keine Erlaubnis für eine
Bluttransfusion geben. Gehen wir diesen Weg, müssen
wir die Verantwortung tragen, ohne daß unsere
Entscheidung als Kompromiß zu betrachten ist.
Wenn wir
natürlich die Möglichkeit einer sinnvollen
Alternativbehandlung hätten, die das Problem der
Verwendung von Blut weiter verringert oder möglicherweise
ausräumt, werden wir wahrscheinlich den Weg des
geringen Risikos gehen. Von uns wird erwartet, daß wir
uns bemühen, einen Arzt oder Chirurgen zu finden, der
in seiner Zusage, kein Blut zu übertragen, weitergeht
als alle anderen. Der beste Schutz besteht darin, mit
Problemen zu rechnen. Setzen wir alles daran,
rechtzeitig einen Arzt zu finden, der zur
Zusammenarbeit bereit ist. Unkooperative Ärzte und
Krankenhäuser sollten wir, falls irgend möglich
meiden.
In
manchen Ländern kann ein anderer Faktor, nämlich die
Art und Weise, wie die Krankenversorgung bezahlt wird,
den Ausschlag geben, ob eine Bluttransfusion
verabreicht wird. Wo die Eltern eine
Krankenversicherung oder eine andere Versicherung
haben, die die Wahl des Arztes gestattet, können die
Kinder unkooperativen Ärzten oder Krankenhausbeschäftigten
leichter aus den Händen genommen werden. Die
ausreichende finanzielle Abdeckung entscheidet oft über
die Art der Behandlung und der Zusammenarbeit, die
einer Familie von seitens der Ärzte und Krankenhäuser
gewährt wird. Auch die Bereitschaft eines Arztes, sich
mit der Verlegung eines Kindes einverstanden zu erklären,
hängt oft davon ab, ob die Eltern oder die
Krankenversicherung die Pflege- bzw. die
Transportkosten bezahlen können. Des weiteren sollten
werdende Mütter während der Schwangerschaft auf ihre
Gesundheit achten. Das kann viel dazu beitragen, Frühgeburten
und die damit verbundenen Komplikationen zu vermeiden,
da zur Standardbehandlung für Frühgeburten und deren
Problemen oft Bluttransfusionen gehören.
Ärzte
klagen manchmal, daß Zeugen Jehovas erst in letzter
Minute auf ihre Einwände gegen Blut zu sprechen
kommen. Das sollte nie der Fall sein. Wenn Eltern, die
Zeugen sind ein Krankenhaus aufsuchen oder die Dienste
eines Arztes in Anspruch nehmen, sollten sie gleich zu
Anfang ihren Standpunkt bezüglich des Blutes darlegen.
Falls eine Operation vorgesehen ist, sollten sie um ein
frühzeitiges Gespräch auch mit dem Anästhesisten
bitten. Der Chirurg kann ihnen dabei möglicherweise
helfen. Wir sollten uns die Aufnahmeformulare genau
ansehen. Wir haben das Recht, alles auszustreichen,
wogegen wir Einwände haben. Um jeden Zweifel zu
beseitigen, sollten wir auf das Aufnahmeformular
deutlich schreiben, daß Blut aus religiösen und
medizinischen Gründen unter keinen Umständen gewünscht
oder gestattet ist.
Hilfe
von seitens der Organisation Jehovas: Welche
Vorkehrungen hat Jehovas Organisation getroffen, um uns
zu helfen, unsere Kinder vor Blut zu schützen? Es gibt
einige. Die Gesellschaft hat viel veröffentlicht, um
uns über Blut und blutfreie Alternativen zu
informieren. Wir haben die Broschüre "Wie kann
Blut dein Leben retten?" und andere Veröffentlichungen
zu diesem Thema studiert. Und wir haben unsere Brüder
und Schwestern in der Ortsversammlung, die uns eine große
Hilfe und Unterstützung sein können. In einer
kritischen Situation mögen es Älteste für ratsam
halten, für eine 24stündige Wache im Krankenhaus zu
sorgen, die vorzugsweise von einem Ältesten und einem
Elternteil des Patienten oder einem anderen nahen Angehörigen
gehalten wird. Bluttransfusionen werden oft gegeben,
wenn alle Verwandten und Freunde abends nach Hause
gegangen sind.
In
Deutschland gibt es in den größeren Städten 40
Krankenhausverbindungskomitees. Alle Versammlungen sind
einem Komitee zugeteilt, das aus geschulten Brüdern
besteht, deren Hilfe in Anspruch genommen werden kann.
Ruft sie über eure Ältesten an, wenn sie benötigt
werden. Wegen geringfügiger gesundheitlicher Probleme
sollten wir uns allerdings nicht an sie wenden; ist
jedoch abzusehen, daß bei einer medizinischen
Behandlung Probleme auftreten können oder daß eine
Krankenhausbehandlung entsteht, sollten wir nicht zu
lange damit warten, sie anzurufen. Häufig können sie
die Namen von Ärzten nennen, die zur Zusammenarbeit
bereit sind, und Empfehlungen in bezug auf Alternativen
geben. Falls nötig und möglich richten es die Brüder
ein, persönlich zu erscheinen und mitzuhelfen, das
Problem zu meistern.
Mit der
Einschaltung von Gerichten rechnen und damit
zurechtkommen: Was ist zu tun, wenn ein Arzt oder ein
Krankenhaus eine Transfusion für unser Kind durch
einen Gerichtsbeschluß erzwingen will? Müssen wir
dann aufgeben in der Annahme, daß nichts mehr getan
werden kann? Auf keinen Fall! Es kann immer noch möglich
sein, eine Transfusion abzuwenden. Auf diese Möglichkeit
sollten wir uns rechtzeitig vorbereiten. Was kann getan
werden?
Das
Verständnis einiger Rechtsprinzipien, von denen sich
Krankenhäuser und Richter in solchen Fällen leiten
lassen, wird uns bei einer Verteidigung eine große
Hilfe sein. Von fundamentaler Bedeutung ist der
Umstand, daß das Gesetz den Eltern in extremen
Situationen Beschränkungen auferlegt, bestimmte
medizinischen Behandlungen einzuwilligen oder sie zu
verweigern. Erwachsene haben im allgemeinen das Recht,
ihrem Wunsch gemäß eine medizinische Behandlung zu
akzeptieren oder abzulehnen, aber Eltern steht es nicht
frei, sich gegen eine bestimmte Behandlung
auszusprechen, die für das Wohl ihres Kindes für
notwendig erachtet wird, selbst wenn sich ihre
Ablehnung in voller Aufrichtigkeit auf religiöse
Ansichten stützt.
Dieses
Grundprinzip spiegelt sich in der Entscheidung des U.S.
suprême Court von 1944 wider, die wie folgt lautete:
"Eltern steht es frei, selbst zu Märtyrern zu
werden. Doch daraus folgert nicht, daß es ihnen
freisteht, unter ähnlichen Umständen ihre Kinder zu Märtyrern
zu machen, bevor diese das Alter voller und rechtlicher
Verständigkeit erreicht haben, in dem sie selbst eine
Entscheidung treffen können." Dieselbe
grundlegende Sorge um die körperliche Gesundheit und
das körperliche Wohl des Kindes kommt heute in
Gesetzen zum Schutz des Kindes zum Ausdruck. Diese
Gesetze, die auf Kindesmißhandlung abzielen, sollen
Kinder auch davor schützen, in medizinischer Hinsicht
vernachlässigt zu werden.
Christliche
Eltern haben bestimmt nichts dagegen einzuwenden, daß
man Kinder davor schützt, von den Eltern mißbraucht
oder vernachlässigt zu werden. Doch die Gesetze bezüglich
der Vernachlässigung von Kindern und die oben zitierte
Entscheidung des Supreme Court werden oft in
unstatthafter Weise auf Fälle angewendet, in denen es
um Kinder von Jehovas Zeugen geht. Wieso? Zum einen,
weil Eltern, die Zeugen sind, keineswegs beabsichtigen,
ihre Kinder zu "Märtyrern" zu machen. Warum
bringen sie denn sonst ihre Kinder überhaupt ins
Krankenhaus? Eltern, die Zeugen sind, möchten statt
dessen, daß ihre Kinder behandelt werden. Sie lieben
ihre Kinder und möchten, daß sie gesund sind. Doch
sie sind überzeugt, daß Gott ihnen die Verpflichtung
auferlegt hat, verantwortungsbewußt die Art der
medizinischen Behandlung zu wählen, die für ihre
Kinder am besten ist. Sie wünschen, daß die
Erkrankung ihrer Kinder ohne Blut behandelt wird. Eine
solche alternative blutfreie Behandlung ist nicht nur
besser und sicherer als mit Blut, sondern läßt ihre
Kinder auch in der Gunst des großen Lebengebers,
Jehova, bleiben, was von größter Wichtigkeit ist.
Trotz
der Vorteile einer blutfreien medizinischen Behandlung
betrachten viele Ärzte und Fürsorgevertreter eine
Transfusionstherapie als medizinisches
Standardverfahren, das unter bestimmten Umständen
notwendig oder sogar lebensrettend sein mag. Wenn
Eltern, die Zeugen sind, empfohlene Transfusionen
ablehnen, können daher Probleme entstehen. Ärzte sind
grundsätzlich nicht befugt, Kinder ohne Zustimmung der
Eltern zu behandeln. Geben die Eltern die Einwilligung
zur Verwendung von Blut nicht, kann es sein, daß Ärzte
die Einwilligung eines Richters in Form eines
Gerichtsbeschlusses zu erhalten suchen. Eine solche
gerichtliche Einwilligung kann von Fürsorgevertretern
oder von Ärzten erwirkt werden, die eingreifen, um das
Kind von angeblicher medizinischer Vernachlässigung zu
schützen.
Vielfach
werden Gerichtsbeschlüsse, die die Verwendung von Blut
anordnen, sehr schnell erwirkt und die Eltern nur
unzureichend oder gar nicht informiert. Ärzte,
Krankenhausverwaltungen und Fürsorgevertreter
versuchen solche beschleunigten Gerichtsbeschlüsse mit
der Behauptung zu rechtfertigen, es bestehe ein
medizinischer Notfall, so daß keine Zeit ist, die
Eltern über das, was vor sich geht, vollständig zu
informieren. Bei Vernehmungen haben Ärzte jedoch oft
zugegeben, daß gar kein Notfall bestand und daß sie
einen Gerichtsbeschluß erwirken wollten, "nur für
den Fall", daß in späterer Zeit ihrer Ansicht
nach eine Transfusion notwendig werden könnte. Als die
natürlichen Beschützer unserer Kinder haben wir ein
fundamentales Recht, zu wissen, was Ärzte,
Krankenhausverwaltungen und Fürsorgevertreter zu
irgendeiner Zeit hinsichtlich unserer Kinder
unternehmen. Das Gesetz fordert, daß die Eltern, wenn
irgend möglich, darüber informiert werden sollten,
falls Anstrengungen zur Erlangung eines
Gerichtsbeschlusses unternommen werden, und daß man
die Eltern anhören muß, um auch unsere Seite der
Kontroverse vor dem Gericht darzustellen. Im
gerichtlichen Eilverfahren sind die Eltern zumindest im
Nachhinein vom Gericht anzuhören, damit ihr
Elternrecht Beachtung findet.
Die
rechtlichen Realitäten unterstreichen, von welchem
Wert es ist, einen kooperativen Arzt zu finden.
Arbeiten wir mit ihm zusammen, und helfen wir ihm mit
dem Beistand der Mitglieder des
Krankenhaus-Verbindungskomitees entweder eine blutfreie
Behandlung der medizinischen Beschwerden eures Kindes
durchzuführen oder euer Kind zu einem Arzt oder in ein
Krankenhaus zu überweisen, wo eine solche Behandlung
durchgeführt werden kann. Sollte es allerdings
Anzeichen dafür geben, daß der Arzt, die
Krankenhausverwaltung oder ein Fürsorgevertreter erwägt,
einen Gerichtsbeschluß zu erwirken, sollten wir
unbedingt fragen, ob das geplant sei. Manchmal wird das
heimlich telefonisch getan. Falls geplant wird, vor
Gericht zu gehen, müssen wir darauf bestehen, darüber
informiert zu werden, damit auch wir dem Richter unsere
Ansicht darlegen können (Spr. 18:17). In jedem Fall,
in dem eine Konfrontation oder gerichtliche
Auseinandersetzung droht, sollte die Rechtsabteilung
der Gesellschaft eingeschaltet werden; diese kann uns
mit Informationen versorgen, um unter den gegebenen
Umständen eine bestmögliche Verteidigung zu führen.
Wenn genügend Zeit ist, wird es ratsam sein, die Hilfe
eines Rechtsanwalts in Anspruch zu nehmen.
Sollte
wegen unserer Verweigerung von Blut das Gericht
eingeschaltet werden, kann die Ansicht, Nur in einem
aktuellen, laufenden Notfall, der nach Ansicht des
Arztes sofortige Aufmerksamkeit bedarf, können
Behandlungen, die für das Leben oder die Gesundheit
des Kindes notwendig erscheinen (einschließlich
Bluttransfusionen), rechtmäßig ohne elterliche oder
gerichtliche Einwilligung durchgeführt werden. Ein
Arzt ist natürlich rechenschaftspflichtig, wenn er
sich auf diese gesetzliche Vollmacht in Notfällen
beruft. des Arztes, daß Blut erforderlich ist, um das
Leben oder die Gesundheit unseres Kindes zu erhalten,
sehr überzeugend sein. Der Richter wird sich als
medizinischer Laie für gewöhnlich dem medizinischen
Urteil des Arztes fügen. Das ist vor allem dann der
Fall, wenn Eltern kaum oder keine Gelegenheit eingeräumt
wird, ihre Ansicht des Falles darzulegen, und dem Arzt
gestattet wird, seine Behauptung über die
"dringende" Notwendigkeit von Blut
vorzutragen, ohne daß Einwände vorgebracht werden können.
Solche einseitigen Verfahren sind der Wahrheitsfindung
nicht gerade dienlich. Tatsache ist, daß die Ansicht
der Ärzte, wann und warum Blut erforderlich ist, höchst
subjektiv und zweifelhaft ist, Wenn ein Arzt sagt, Blut
sei absolut notwendig, um das Leben des Kindes zu
retten, wird oft ein anderer Arzt, der Erfahrung darin
hat, dasselbe medizinische Problem ohne Blut anzugehen,
sagen, daß für die Behandlung des Patienten kein Blut
erforderlich ist.
Wie
werden wir reagieren, wenn wir von einem Staatsanwalt
oder Richter gefragt werden, warum wir eine
"lebensrettende" Transfusion für unser Kind
verweigern? Auch wenn wir geneigt sein mögen, zunächst
unseren Glauben an die Auferstehung zu erklären und
unseren festen Glauben daran zum Ausdruck zu bringen,
daß Gott uns unser Kind wiedergeben wird, wenn es
stirbt, könnte eine solche Antwort den Richter, dessen
Hauptinteresse das körperliche Wohl des Kindes ist,
lediglich zu der Überzeugung kommen lassen, daß wir
religiöse Fanatiker sind und daß er einschreiten muß,
um unser Kind zu schützen.
Das
Gericht muß dagegen wissen, daß wir zwar Blut aus
fester religiöser Überzeugung ablehnen, nicht jedoch
eine medizinische Behandlung. Der Richter muß
erkennen, daß wir als Eltern unser Kind weder vernachlässigen
noch mißhandeln, sondern liebevolle Eltern sind, die
eine Behandlung ihres Kindes wünschen. Wir stimmen
lediglich nicht damit überein, daß der angebliche
Nutzen von Blut mögliche tödliche Gefahren und
Komplikationen überwiegt, vor allem wenn es
medizinische Alternativen gibt, die diese Risiken nicht
in sich bergen.
Falls es
die Situation erfordert, könnten wir den Richter darüber
informieren, daß der eine Arzt zwar der Ansicht sein
mag, daß Blut benötigt wird, daß Ärzte jedoch
verschiedene Methoden anwenden und man uns Gelegenheit
einräumen möchte, einen Arzt zu finden, der unser
Kind mit den weit verbreiteten blutfreien Methoden
behandelt. Mit Hilfe des Krankenhaus
Verbindungskomitees haben wir vielleicht schon einen
Arzt gefunden, der unser Kind ohne Blut behandeln würde
und der vor Gericht eine hilfreiche Aussage macht,
gegebenenfalls auch telefonisch. Das Krankenhaus
Verbindungskomitee wird dem Richter und auch dem Arzt,
der auf eine gerichtliche Verfügung drängt
wahrscheinlich medizinische Artikel vorlegen können,
die zeigen, wie das medizinische Problem unseres Kindes
ohne Verwendung von Blut wirkungsvoll behandelt werden
kann.
Wenn
Richter angerufen werden, rasch einen Gerichtsbeschluß
zu fassen, ziehen sie oft die vielen Gefahren in
Verbindung mit Blut - z. B. Aids, Hepatitis und eine
Menge weiterer - nicht in Betracht oder sie werden
nicht darauf aufmerksam gemacht. Wir können den
Richter darauf hinweisen und ihn davon in Kenntnis
setzen, daß wir als christliche Eltern die Verwendung
des Blutes einer anderen Person zur Erhaltung des
Lebens als schwere Verletzung des Gesetzes Gottes
betrachten und eine erzwungene Bluttransfusion bei
unserem Kind für uns einer Vergewaltigung gleichkommt.
Wir und auch unser Kind (sofern es alt genug ist, seine
eigene Überzeugung darzulegen) können unsere Abscheu
vor einem solchen Eindringen in den Körper zum
Ausdruck bringen und an den Richter apellieren, keinen
Beschluß zu fassen, sondern uns zu gestatten, uns um
eine alternative medizinische Behandlung unseres Kindes
zu bemühen.
Bei
einer entsprechenden Verteidigung können Richter die
andere Seite - unsere Seite -, die wir als Eltern
vertreten, deutlicher erkennen. Sie werden dann nicht
so schnell eine Transfusion gestatten. In einigen Fällen
haben Richter die Freiheit des Arztes, Blut zu
verwenden, stark eingeschränkt, sogar angeordnet, daß
zunächst Alternativen in Betracht zu ziehen sind, oder
Eltern Gelegenheit eingeräumt, Ärzte zu finden, die
ohne Blut behandeln.
Wenn wir
es mit Personen zu tun haben, die eine Transfusion zu
erzwingen suchen, ist es wichtig, keine Anzeichen dafür
zu liefern, daß wir in unserer Überzeugung schwanken.
Richter (und Ärzte ) fragen manchmal, ob die Eltern
irgendwelche Schwierigkeiten bekämen, wenn sie ihnen
die "Verantwortung" für die Entscheidung
"abnehmen" würden, eine Transfusion
vorzunehmen, in dem Glauben, dadurch würde das
Gewissen der Eltern entlastet werden. Allen Beteiligten
sollte jedoch klargemacht werden, daß wir uns als
Eltern verpflichtet fühlen, weiterhin alles in unserer
Macht Stehende zu tun, um eine Transfusion zu
verhindern. Diese Verantwortung hat uns Gott gegeben.
Sie ist nicht übertragbar.
Wenn wir
mit Ärzten und Richtern sprechen, müssen wir daher
darauf vorbereitet sein, unsere Haltung deutlich und überzeugend
darzulegen. Wenn trotz bestmöglicher Bemühungen ein
Gerichtsbeschluß erfolgt, sollten wir den Arzt
weiterhin inständig bitten, keine Transfusion zu
verabreichen, und auf eine alternative Behandlung
dringen. Suchen wir weiterhin seine Bereitschaft,
medizinische Artikel und den Rat von Ärzten in
Betracht zu ziehen, die bereit sind, sich zu dem
medizinischen Problem konsultieren zu lassen, um eine
Bluttransfusion zu vermeiden. Mehr als einmal ist ein
scheinbar unnachgiebiger Arzt aus dem Operationssaal
gekommen und hat stolz verkündet, daß er kein Blut
verwendet hat. Geben wir daher niemals auf, selbst wenn
ein Gerichtsbeschluß erfolgt ist! (Siehe Wachtturm vom
15. Juni 1991, "Fragen von Lesern".) Auch
besteht die Möglichkeit, gegen den Gerichtsbeschluß
bei dem nächsthöheren Gericht Rechtsmittel
einzulegen.
Denken
wir daran, daß Jesus sagte: "Hütet euch vor den
Menschen; denn sie werden euch an örtliche Gerichte
ausliefern. ...Ihr werdet vor Statthalter und Könige
geschleppt werden um meinetwillen, ihnen und den
Nationen zu einem Zeugnis." Uns zum Trost würde,
wie Jesus hinzufügte, der heilige Geist uns unter
solchen Umständen helfen, uns an das zu erinnern, was
bei solchen Gelegenheiten zu sagen passend und nützlich
wäre (Mat. 10:16-20).
"Wer
in einer Sache Einsicht bekundet, wird Gutes finden,
und glücklich ist, wer auf Jehova vertraut" (Spr.
16;20). Ihr Eltern, trefft rechtzeitig die nötigen
Vorbereitungen, um euer Kind vor einer geistig
verunreinigenden Bluttransfusion zu schützen (Spr.
22:3). Ihr Kinder, nehmt die Schulung eurer Eltern bei
diesen Vorbereitungen an und laßt sie in euer Herz
eindringen. Seid als Familie "fest entschlossen,
nicht das Blut zu essen, ... damit es [euch] ...
gutgeht", da ihr Jehovas Segen und seine
Anerkennung habt (5. Mo. 12:23-25).
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