2 Viele
Kinderpsychologen sagen: "Hände weg von den Kindern!" Einer äußerte
sich wie folgt: "Erkennt ihr Mütter nicht, daß ihr jedes Mal, wenn
ihr euer Kind schlagt, zeigt, daß ihr es haßt?" In Gottes Wort heißt
es jedoch: "Wer seine Rute schont, der haßt seinen Sohn; wer ihn
aber lieb hat, der züchtigt ihn beizeiten" (Sprüche 13:24, Luther).
Vor ein paar Jahrzehnten wurde - besonders in den westlichen Nationen -
der Markt mit Büchern über Kindererziehung überflutet, in denen eine
sehr freizügige Einstellung propagiert wurde. Zuchtmaßnahmen würden im
Kind Hemmungen hervorrufen und seine Entwicklung behindern, sagten die
Psychologen. Schon allein der Gedanke daran, ein Kind zu schlagen, war für
sie erschreckend. Ihre Theorien widersprachen direkt dem Rat Jehovas. In
seinem Wort heißt es, daß man das erntet, was man sät (Galater 6:7).
Jetzt ist einige Jahrzehnte lang Freizügigkeit gesät worden. Was sind
die Ergebnisse?
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Die Rekordernte an Verbrechen und Gewalttaten ist wohlbekannt. In vielen
Industrienationen macht die Jugendkriminalität über 50% aller schweren
Verbrechen aus. In einigen Ländern sind die Schulen Brutstätten von
Klassenkämpfen, Streitigkeiten, Beschimpfungen und Obszönitäten,
Vandalismus, tätlichen Angriffen, Erpressung, Brandstiftung, Raubüberfällen,
Vergewaltigungen, Drogenmißbrauch und Mord. Der Wortführer einer
Lehrervereinigung in einem größeren Land führte das Erziehungsproblem
auf das Versäumnis der Schule, die Kinder in jungen Jahren zu erreichen,
zurück und machte für die mangelnde Bereitschaft der Eltern, ihren
Kindern vernünftige Verhaltensmaßregeln zu erteilen. In dem Werk The
Encyclopaedia Britannica wird unter anderem die Frage untersucht, weshalb
in manchen Familien einige Glieder kriminell werden und andere nicht. In
diesem Zusammenhang heißt es: "Die Erziehungsmethoden in den
Familien sind entweder zu lasch, zu streng oder zu inkonsequent.
Amerikanische Untersuchungen haben ergeben, daß etwa 70% aller männlichen
Straftäter eine unvernünftige Erziehung hatten."
4 Diese
Ergebnisse haben bei vielen zu einem Meinungsumschwung und zu einer Rückkehr
zur Zucht geführt.
Die Rute der Zucht
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Schläge können einem Kind das Leben retten, denn in Gottes Wort heißt
es: "Enthalte doch dem, der noch ein Knabe ist, die Zucht nicht vor.
Falls du ihn mit der Rute schlägst, wird er nicht sterben. Mit der Rute
solltest du selbst ihn schlagen, damit du seine eigene Seele vom Scheol
[Grab] selbst befreiest." Oder: "Torheit ist an das Herz eines
Knaben geknüpft; die Rute der Zucht ist das was sie von ihm entfernen
wird" (Sprüche 23:13,14, 22:15). Wenn den Eltern das Wohl ihrer
Kinder am Herzen liegt, werden sie nicht aus Gleichgültigkeit oder Schwäche
die Zügel schleifen lassen. Die Liebe wird sie veranlassen, etwas zu
unternehmen, wenn es nötig ist, und dabei weise und fair vorzugehen.
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Was die Zucht selbst betrifft, so ist sie nicht auf Bestrafung beschränkt.
Zucht bedeutet "strenge Erziehung", und Erziehung wird wie folgt
definiert: "Planmäßige und zielvolle Einwirkung auf junge Menschen,
um sie mit all ihren Fähigkeiten und Kräften geistig, sittlich und körperlich
zu formen und zu verantwortungsbewußten und charakterfesten Persönlichkeiten
heranzubilden" (Deutsches Wörterbuch, G. Wahrig). Deshalb heißt es
auch in Sprüche 8:33 nicht: "Spürt Zucht", sondern: "Hört
auf Zucht und werdet weise." Gemäß 2. Timotheus 2:24, 25 muß ein
Christ "gegen alle sanft sein, lehrfähig, der sich unter üblen Umständen
beherrscht, der mit Milde die ungünstig Gesinnten unterweist". Mit
dem Wort "unterweisen" ist hier das griechische Wort für Zucht
übersetzt worden. Das gleiche Wort wird in Hebräer 12:9 wie folgt
wiedergegeben: "Wenn unsre leiblichen Väter uns streng erzogen und
wir dennoch achteten, sollten wir dann nicht vielmehr dem göttlichen
Vater gehorchen, damit wir leben?" (Luther, 1975)
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Eltern, die die Erziehung vernachlässigen, werden nicht den Respekt ihrer
Kinder erlangen, genausowenig wie eine Regierung den Respekt ihrer Bürger
erlangt, wenn sie Unrecht ungestraft läßt. Richtig angewandte Zucht
beweist einem Kind, daß seine Eltern an ihm interessiert sind. Sie
gereicht zum Frieden in der Familie, denn sie "trägt. . . denen, die
durch sie geübt worden sind, eine friedsame Frucht ein, nämlich
Gerechtigkeit" (Hebräer 12:11).Ungehorsame, ungezogene Kinder
schaffen in der Familie eine gereizte Atmosphäre, und solche Kinder sind
niemals wahrhaft glücklich und zufrieden. "Züchtige deinen Sohn,
und er wird dir Ruhe bringen und deiner Seele Wonne schenken" (Sprüche
29:17). Nachdem ein Kind fest, aber liebevoll in Zucht genommen worden
ist, sieht es die Dinge wahrscheinlich anders; es macht einen neuen Anfang
und ist dann oft viel umgänglicher. Zucht bringt wirklich eine
"friedsame Frucht" hervor.
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"Wen Jehova liebt, den nimmt er in Zucht" (Hebräer 12:6). So
handeln auch Eltern, wenn ihnen das Wohl ihrer Kinder wirklich am Herzen
liegt. Zucht sollte aus Liebe erteilt werden. Natürlich mag man sich ärgern,
wenn ein Kind etwas Unrechtes getan hat, doch wie die Bibel zeigt, sollte
man sich ´unter üblen Umständen beherrschen` (2. Timotheus 2:24). Ist
der Zorn abgekühlt, so erscheint einem die kindliche Sünde nicht mehr so
groß: "Eines Menschen Einsicht verlangsamt sicherlich seinen Zorn,
und es ist für ihn etwas Schönes, Übertretung zu übergehen" (Sprüche
19:11; siehe auch Prediger 7:8, 9).Vielleicht gibt es mildernde Umstände:
Das Kind mag übermüdet sein oder sich nicht wohl fühlen. Vielleicht hat
es wirklich vergessen, was man ihm aufgetragen hat; das passiert ja auch
Erwachsenen. Doch selbst wenn eine Verfehlung nicht übergangen werden
darf, sollte die Zucht nicht in einen unbeherrschten Zornausbruch oder in
Schläge ausarten, durch die man lediglich seinen Zorn abreagiert. Mit
Zucht ist Belehrung verbunden, aber ein Zornausbruch ist für ein Kind
keine Lektion in Selbstbeherrschung, sondern in Unbeherrschtheit. Das Kind
hat dann nicht das Gefühl, daß seine Eltern an ihm interessiert sind,
wie es bei richtig angewandter Zucht der Fall wäre. Ausgeglichenheit ist
daher unbedingt erforderlich und fördert den Frieden.
Klare Grenzen ziehen
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Eltern sollten ihren Kindern Richtlinien geben. "Beobachte, o mein
Sohn, das Gebot deines Vaters, und verlaß nicht das Gesetz deiner Mutter.
Binde sie beständig auf dein Heiz; knüpfe sie um deinen Hals. Wenn du
umherwandelst, wird es dich leiten; wenn du dich niederlegst, wird es dich
behüten; und wenn du aufgewacht bist, wird es sich mit dir befassen. Denn
das Gebot ist eine Leuchte, und das Gesetz ist ein Licht, und die
Zurechtweisungen der Zucht sind der Weg des Lebens." Diese
elterlichen Richtlinien sollen das Kind leiten und schützen; sie spiegeln
die Sorge der Eltern um sein Wohl und sein Glück wider (Sprüche
6:20-23).
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Ein Vater, der in dieser Hinsicht versagt, lädt Schuld auf sich. Eli, ein
Hohepriester im alten Israel, ließ zu, daß seine Söhne der Habgier frönten,
respektlos waren und Unmoral trieben; er protestierte zwar etwas, aber
unternahm nichts, um ihrem Unrechttun Einhalt zu gebieten. Gott sagte
daher: "Ich [richte] sein Haus . . . auf unabsehbare Zeit wegen des
Vergehens, das er gekannt hat, denn seine Söhne bezeichnen Gott als
verflucht, und er hat sie nicht gescholten" (1. Samuel 2:12-17,
22-25; 3:13). Auch wenn eine Mutter ihre Pflichten vernachlässigt, erntet
sie Schande: "Die Rute und Zurechtweisung sind das, was Weisheit
gibt; aber ein Knabe [oder ein Mädchen] dem freier Lauf gelassen wird,
wird seiner Mutter Schande bereiten" (Sprüche 29:15).
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Kinder haben es nötig, daß man ihnen Grenzen setzt, sonst fühlen sie
sich unbehaglich. Dadurch, daß sie ihre grenzen kennen und sich daran
halten, fühlen sie sich als Teil einer Gruppe; sie gehören dazu und
werden von ihr anerkannt, wenn sie sich an ihre Erfordernisse halten.
Lassen die Eltern ihren Kindern alles durchgehen, so bleiben diese sich
selbst überlassen und müssen sich selbst zurechtfinden. Die Ergebnisse
zeigen, daß Kinder Erwachsene brauchen, die eine feste Vorstellung davon
haben, wo die Grenzen zu ziehen sind, und sie ihnen dann auch mitteilen.
Die Kinder müssen erkennen, daß jedem hier auf der Erde gewisse grenzen
gesetzt sind und daß dies zum Guten ist und zu unserem Glück beiträgt.
Freiheit herrscht nur dann, wenn andere unseren Bereich der Freiheit
anerkennen und wir ihren. Wer seine grenzen überschreitet, wird `seinen
Bruder schädigen und auf seine Rechte übergreifen` (1. Thessalonicher
4:6).
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Wenn Kinder lernen, daß Übertretungen die eine oder andere Form der
Zucht nach sich ziehen, erkennen sie ihre eigenen Grenzen, und durch die
konsequente Führung der Eltern entwickeln sie die Selbstdisziplin, die
sie brauchen, um ein befriedigendes Leben zu führen. Entweder wir nehmen
uns selbst in Zucht, oder jemand anders wird das tun (1. Korinther
9:25,27). Wenn wir Selbstzucht lernen und sie auch unsere Kinder lehren,
wird sowohl unser als auch ihr Leben glücklicher sein, und es wird
weniger Probleme und Kummer geben.
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Richtlinien und Einschränkungen für Kinder sollten klar und gerecht und
mit barmherzigen Zugeständnissen verbunden sein. Erwarte weder zuviel
noch zuwenig. Berücksichtige ihr Alter, denn sie werden sich ihrem Alter
entsprechend verhalten. Erwarte von ihnen nicht, kleine Erwachsene zu
sein. Der Apostel Paulus sagte, als Kleinkind habe er sich wie ein
Kleinkind benommen (1. Korinther 13:11). Sind aber einmal vernünftige
Regeln aufgestellt und werden diese von deinen Kindern verstanden, so
wende sie prompt und konsequent an. "Euer Wort Ja bedeutet einfach
ja, euer Nein nein" (Matthäus 5:37). Kinder schätzen Eltern, die
ihr Wort halten, die konsequent und nicht unberechenbar sind; denn dann
haben sie das Empfinden, daß ihre Eltern sie unterstützen und daß sie
sich auf sie verlassen können, wenn sie in Schwierigkeiten kommen und
Hilfe brauchen. Wenn ihre Eltern fair sind, aber Unrecht stets ahnden,
wird den Kindern ein Gefühl der Sicherheit und der Beständigkeit
vermittelt. Kinder möchten gern wissen, woran sie sind, und bei solchen
Eltern ist das der Fall.
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Es erfordert Entschlossenheit von seiten der Eltern, festzubleiben, wenn
ihr Kind keine Lust hat, einer elterlichen Anweisung zu gehorchen. Einige
Eltern drohen dann mit möglicher Bestrafung, beginnen einen fruchtlosen
Wortwechsel mit dem Kind oder versuchen, es durch Bestechung zum Gehorsam
zu veranlassen. Oft ist lediglich ein festes Auftreten erforderlich. Sage
deinem Kind mit Überzeugung, daß es das Gewünschte tun muß und zwar
gleich. Wäre ein Kind im Begriff, vor einem Auto auf die Straße zu
laufen, würden die Eltern ihm unmißverständlich klarmachen, was es zu
tun hat. Jemand, der sich mit diesem Thema befaßt hat, sagte einmal:
"Fast alle Eltern bekommen ihre Kinder dazu, zur Schule zu gehen, . .
. sich die Zähne zu putzen, vom Dach wegzubleiben, sich zu waschen usw.
Oft haben die Kinder keine Lust. Aber sie fügen sich trotzdem, weil sie
wissen, daß die Eltern es ernst meinen." Du kannst deinen Kindern
deine Richtlinien und Gebote nur dann `beständig auf das Herz binden`,
wenn du konsequent für deren Einhaltung sorgst Sprüche (6:21).
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Wenn Eltern nur hier und da, je nach der augenblicklichen Laune, ihre
Richtlinien durchsetzen oder wenn sie zu lange damit warten, Ungehorsam zu
bestrafen, werden die Kinder ermutigt, Übertretungen zu riskieren, um zu
sehen, wie weit sie gehen und was sie sich leisten können. Folgt die
Strafe nicht auf dem Fuß, so handeln Kinder wie Erwachsene und fühlen
sich in ihrem Unrechttun ermutigt. "Weil das Urteil über ein
schlechtes Werk nicht eilends vollzogen worden ist, darum hat sich das
Herz der Menschensöhne in ihnen völlig darauf gerichtet, Schlechtes zu
tun" (Prediger 8:11). Was du sagst, solltest du ernst meinen. Dein
Kind wird das merken und erkennen, daß du dich weder durch Schmollen noch
durch Widerreden beeindrucken läßt, noch dadurch, daß es so tut als
halte es dich für grausam und lieblos.
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Das erfordert natürlich, daß du denkst, bevor du sprichst. Vorschnell
auferlegte Regeln oder Gebote sind oft unvernünftig. "Jeder Mensch
soll schnell sein zum Hören, langsam zum Reden, langsam zum Zorn"
(Jakobus 1:19). Wenn Eltern in der Erziehung ungerecht und inkonsequent
sind, fühlen sich Kinder in ihrem Gerechtigkeitsempfinden verletzt, und
es können Haßgefühle aufkommen.
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Was ist nötig, wenn Kinder Gehorsam lernen sollen?
2Inwiefern stehen die Ansichten vieler Kinderpsychologen im
Widerspruch zum Rat der Bibel?
3/4Wie hat es sich ausgewirkt, daß viele Kinder zu Hause nicht
richtig erzogen werden, und was empfehlen daher viele?
5 Was sagt die Bibel über Schläge?
6 Was versteht man unter Zucht?
7Von welchem Nutzen ist die elterliche Zucht?
8 Wie können Eltern in Liebe Zucht erteilen?
9Was sollten Eltern ihren Kindern gemäß Sprüche 6:20-23
vermitteln?
10Was kann geschehen, wenn Eltern es versäumen, ihre Kinder in
Zucht zu nehmen?
11 Warum haben es Kinder nötig, daß man ihnen Grenzen setzt?
12Weshalb ist Selbstzucht wichtig, und wie könnten Eltern
ihren Kindern helfen, sie zu entwickeln?
13 Welche wichtigen Faktoren sollten Eltern berücksichtigen,
wenn sie ihren Kindern Richtlinien geben?
14Warum müssen die Eltern festbleiben, wenn ihre Kinder nicht
auf sie hören wollen?
15 Wie kann es sich auf die Kinder auswirken, wenn die Eltern
bei der Durchsetzung ihrer Richtlinien inkonsequent sind?
16 Was sollten Eltern tun, damit ihre Gebote nicht unvernünftig
sind?
Quellennachweis aus
Das Familienleben glücklich gestalten von der
WATCHTOWER BIBLE AND TRACT SOCIETY
OF NEW YORK, INC.