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Jehovas Zeugen und das Kindeswohl im Sorgerecht

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1997 Alle Rechte vorbehalten
Herausgeber:
Wachtturm Bibel- und Traktat-Gesellschaft Deutscher Zweig, e. V., Selters/Taunus

Über den Herausgeber
Die Gemeinden der Zeugen Jehovas in Deutschland bedienen sich der Religionsgemeinschaft der Zeugen Jehovas in Deutschland als rechtlichen Vertreters. Die Wachtturm Gesellschaft mit Sitz in Selters/Taunus ist bekannt für die Übersetzung und Herausgabe der "Neuen-Welt-Übersetzung der Heiligen Schrift", die wie auch einige andere Bibelübersetzungen den göttlichen Namen "Jehova" im Text verwendet, sowie der halbmonatlich erscheinenden Zeitschriften biblischen Inhalts ""Der Wachtturm" und "Erwachet!" Außer in Deutsch erscheinen diese Zeitschriften in 125 beziehungsweise 79 weiteren Sprachen. Die nachstehend dargelegten Informationen spiegeln die Ansichten wieder, die in Veröffentlichungen der Wachtturm-Gesellschaft bereits zum Ausdruck gebracht wurden.

Zweck
Jehovas Zeugen sind in Deutschland und in über 230 weiteren Ländern und Inselgebieten, in denen sie das Evangelium von Gottes Königreich verkündigen, als christliche Religionsgemeinschaft gut bekannt. 1 Als Christen messen Jehovas Zeugen dem Familienleben einen hohen Stellenwert bei, und sie betrachten die Kindererziehung als eine von Gott übertragene, ehrenvolle und verantwortungsvolle Aufgabe.

In der folgenden Abhandlung wird darauf eingegangen, wie Glaubensinhalte und Glaubenspraxis von Jehovas Zeugen, die sich ausschließlich auf die Bibel stützen, die Lebensumstände eines jungen Menschen beeinflussen können. Natürlich macht jedes Kind seine individuellen Erfahrungen. Kultur, Herkunft, Familientraditionen, das eigene Temperament und die Erfahrung der Eltern in Sachen Kindererziehung sind wichtige Faktoren, die das häusliche Umfeld des Kindes prägen.

Nachstehend werden auch die Gemeinsamkeiten zum Thema Kindererziehung zwischen den Aussagen in den Veröffentlichungen von Jehovas Zeugen und den allgemein anerkannten Erziehungsgrundsätzen dargestellt. Dabei wurden sowohl die Äußerungen außenstehender Beobachter als auch die soziologische und psychologische Gegenwartsliteratur berücksichtigt. Der Leser kann sich so einen Überblick verschaffen, wie sich der Glaube des einzelnen Zeugen Jehovas auf das Leben von Kindern auswirken kann.

Kindeswohl
In allen das Sorgerecht betreffenden Angelegenheiten hat das Kindeswohl höchste Priorität. Dabei muß aber das natürliche Interesse der Eltern an ihrem Kind mit berücksichtigt werden. Bevor eine Regelung des Sorge- und Umgangsrechts getroffen wird, sollten - um das Kind möglichst wenig zu belasten - alle Betroffenen soweit wie möglich in die Entscheidung eingebunden werden. Das ist keine einfache Aufgabe, und häufig ist geradezu salomonische Weisheit vonnöten, um eine Familie nach dem Trauma von Trennung und Scheidung gegebenenfalls neu zu ordnen.

Macht ein Elternteil, der kein Zeuge Jehovas ist, geltend, der religiöse Einfluß des Elternteils, der ein Zeuge ist, könne dem Kind schaden, untersucht das Gericht in erforderlichem Umfang die Frage, ob dem Kind aus dem Umstand, daß es mit dem Glaubensinhalten und der Glaubenspraxis der Zeugen Jehovas aufwächst, unmittelbar Schaden erwächst. Das Familiengericht hat somit die heikle Aufgabe, zu entscheiden, ob eindeutige und glaubhafte Beweise für eine Schädigung des Kindeswohls vorliegen oder ob die Behauptungen lediglich dazu dienen sollen, das Gericht von den maßgeblichen Kriterien des Kindeswohls abzulenken oder den Elternteil, der ein Zeuge Jehovas ist, einzuschüchtern. Darüber hinaus muß ein Gericht, wenn es sich der obigen Frage zuwenden will, fairer weise ebenfalls untersuchen, welchen Nutzen das Kind durch die Religionszugehörigkeit(en) der Eltern hat. Auf diese Weise wird sich das Gericht eine ausgewogene Meinung über die Lebensumstände des Kindes und die Auswirkungen des religiösen Einflusses bilden können.

 Wie viele andere auch sehen Jehovas Zeugen in der Ehe und in der Kindererziehung eine verantwortungsvolle und freudebringende Einrichtung des Schöpfers der Ehe, Jehova Gott.2 Kinder sind ein Segen Gottes.3 Sie haben ein Recht darauf, von ihren Eltern in physischer, emotioneller und geistiger Hinsicht geschützt und angeleitet zu werden.4 Kinder ihrerseits werden angeleitet das göttliche Gebot zu beachten: "Ehre deinen Vater und deine Mutter"5. Niemand würde den Wert dieser traditionellen und bewährten Prinzipien bezweifeln. Allerdings ist die Welt, in der wir leben, alles andere als ideal. Immer mehr Kinder in unserem Land sind traurigerweise von den Auswirkungen einer Scheidung betroffen. Familien von Jehovas Zeugen sind dagegen nicht immun.

Die Religionsgemeinschaft ermuntert nicht dazu, die Schwierigkeiten einer problematischen Ehe durch Scheidung zu lösen. Wir sind davon überzeugt, daß Ehepartner im Interesse ihrer Familie in nahezu jeder Lage zusammenarbeiten können. Allerdings sind wir uns auch bewußt, daß Scheidungen zum Leben in der heutigen Zeit gehören; doch eine Trennung und Scheidung ändern nichts an der Verantwortung der Eltern gegenüber ihren Kindern. Jede Familie ist anders, das ist klar. Weltweit wächst die Zahl derer, die christliche Zeugen Jehovas werden, und als Folge in der Gemeinde der Zeugen Jehovas ein breites Spektrum an ethnischen und familiären Traditionen vertreten. Diese Faktoren haben einen nicht zu verkennenden Einfluß auf die Lebensumstände jedes einzelnen Kindes.

Ungeachtet des familiären Hintergrundes möchten alle verantwortungsvollen Eltern ihre Kinder zu Menschen heranwachsen sehen, die glücklich sind und einen Beitrag als integrierte Mitglieder der Gesellschaft leisten, in der sie leben. Dieses Ziel zu erreichen ist keine leichte Aufgabe. Im Laufe der Jahre haben Jehovas Zeugen in ihrer Literatur wissenschaftliche Erkenntnisse veröffentlicht, durch die Eltern angeregt werden, ihrer Verantwortung bei der Kindererziehung gewissenhaft nachzukommen. Unter anderem wurden Faktoren behandelt wie pränatale medizinische Versorgung, der Stellenwert einer ausgewogenen Ernährung, die Notwendigkeit von Reinlichkeit sowie Sauberkeit der Wohnung, die Wichtigkeit einer guten Kommunikation zwischen Eltern und Kindern und der Wert von Bildung und Ausbildung. Die entsprechenden Artikel enthalten Aussagen und Empfehlungen von Kinderärzten, Lehrern, Kinderpsychologen und erfahrenen Eltern. Sie zielen darauf ab, Eltern zu ermuntern, den Kindern ein ruhiges, harmonisches und friedliches Zuhause zu bieten.

Die nachstehende Abhandlung ist nach Themen alphabetisch geordnet, damit der Leser die zu einem Themenkreis gehörenden Informationen schnell finden kann.

Bildung
Familienleben, Erziehung und Bildung haben bei Jehovas Zeugen einen hohen Stellenwert. Hierzu wurde folgendes ausgeführt:

Die Religionsgemeinschaft folgt dem biblischen Grundsatz, daß die Verantwortung für die religiöse Erziehung der Kinder bei den Eltern liegt.7 Eltern werden deshalb auch angeregt, sich die Zeit zu nehmen, mit ihren Kindern die Bibel zu lesen und ihnen christliche Werte zu vermitteln wie Ehrlichkeit, eine gute Moral, gute Arbeitsgewohnheiten und Gesetzestreue sowie die für das tägliche Leben wichtigen allgemeinen und praktischen Fertigkeiten. Jehovas Zeugen wissen das vorzügliche öffentliche Schulsystem in Deutschland sehr zu schätzen. Sie halten ihre Kinder dazu an, gewissenhaft zu lernen, um sich dadurch eine gute Bildungsgrundlage zu schaffen.

Da keine zwei Kinder vollkommen gleich sind, wurden in Veröffentlichungen der Wachtturm Gesellschaft die Leser daran erinnert, daß es richtiger Weise die Sache der Eltern und des Kindes ist, Entscheidungen in bezug auf Bildung zu treffen. Außerdem wurde in den Veröffentlichungen darauf hingewiesen, daß "Kindern besser gedient ist, wenn Eltern und Lehrer zusammenarbeiten, wenn die Eltern reges Interesse an der Schulbildung ihrer Kinder zeigen und ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen"8. Kinder von Zeugen Jehovas sind nicht anders als andere Schüler. Manche sind hervorragende Schüler, andere nicht. Daher trifft jede Familie unter Berücksichtigung der Bedürfnisse und Fähigkeiten jedes Kindes individuell ihre eigene Entscheidung, ob die Kinder auf eine Hochschule gehen oder sich auf anderem Weg weiterbilden. Es gibt "keine starren Regeln...., ob eine Weiterbildung zu befürworten ist oder nicht....Beschließen verantwortungsbewußte christliche Eltern, daß sich ihre Kinder nach dem Besuch der Schule weiterbilden sollten, ist das ihr gutes Recht."9 Die Religionsgemeinschaft ist sich durchaus darüber im klaren, daß Kinder für ein erfolgreiches Berufsleben und um produktive Mitglieder der Gesellschaft zu werden, eine umfassende Schulbildung und Berufsausbildung benötigen.

Kinder werden angespornt, in der Schule den größtmöglichen Nutzen aus dem Bildungsangebot zu ziehen. Aktivitäten wie Klassenausflüge zu historischen Orten oder die Besichtigung von Museen und Kunstgalerien bieten dem Kind wichtige Lernmöglichkeiten. Inwieweit jedoch ein Kind an solchen Aktivitäten teilnimmt, bleibt der persönlichen Entscheidung der Eltern überlassen. Jede Familie wird dabei eine Reihe Faktoren berücksichtigen wie die Möglichkeit elterlicher Aufsicht, die mit der Aktivität verbundenen Kosten, die Dauer des Ausflugs und eine mögliche Gefährdung des Kindes.

Gemäß der Bibel ist gegen Sport nichts einzuwenden. Wie bei außerschulischen Aktivitäten ist es Sache der Eltern, zu entscheiden, ob das Kind zum Beispiel einem Sportverein beitritt, denn sie kennen die Fähigkeiten und Interessen des Kindes und werden gemäß dem Kindeswohl entscheiden.

Die Entwicklung des Gewissens im Original Seite 10 eines jeden Kindes verläuft individuell. Dem Standpunkt entsprechend, daß das Gewissen jedes einzelnen respektiert werden muß, erkennt die Religionsgemeinschaft an, daß jedes Kind ein Recht auf "Gedanken-Gewissens- und Religionsfreiheit"10 hat. Unabhängig von der religiösen Orientierung der Eltern beteiligen sich manche Kinder an bestimmten Aktivitäten, die andere Kinder nicht mit ihrem Gewissen vereinbaren können, etwa die Beteiligung an Schul- oder Klassensprecherwahlen. In derlei Angelegenheiten müssen sich die Kinder von ihrem eigenen Gewissen leiten lassen.

DROGENMISSBRAUCH UND AKOHOLKONSUM
Drogenmißbrauch und Alkoholkonsum sind unter Jugendlichen in Deutschland ein zunehmendes Problem. Die Zeitschrift FOKUS (Nr.37/1995, Seite 86,87) berichtete:

 

    Bei dieser ersten deutschen Totalerhebung gaben 3 059 schleswig-holsteinische Schüler von Gymnasien, Haupt- und Real- schulen in einem achtseitigen anonymen Fragebogen Auskunft über ihre Konsumgewohnheiten und Einstellungen zu legalen und illegalen Drogen...
    Der Einstieg in die Rauschwelt geschieht früher als je zuvor. Bereits mit 14, so die ISAPP-Studie, gehen viele Schüler auf Tuchfühlung mit illegalen Betäubungsmitteln. Die Zahl der ak- tuellen Konsumenten an allein drei Schultypen schnellt zwi- schen siebter und achter Klasse von 3,7 auf 11,5 Prozent in die Höhe, unter den Achtklässlern der Hauptschule nehmen sogar schon 16.4 Prozent illegale Drogen. Auch Zigaretten erfah- ren bei den pubertierenden Jugendlichen enorme Aufwertung. 26,4 Prozent der Achtklässler qualmen bereits - 16 Prozent mehr als in der siebten Klasse. Die Zahl der Alkoholkonsumen- ten steigt moderater an. Allerdings torkeln schon in den achten Hauptschulklassen 4,2 Prozent an der Grenze zum Alkoholis- mus."

Erfahrungen zeigen, daß es sich auf junge Leute in geistiger, sittlicher und körperlicher Hinsicht positiv auswirkt, wenn sie mit der Ansicht der Bibel über den Gebrauch von Alkohol und Drogen vertraut gemacht werden. In einem Buch für unsere jüngeren Leser wird folgendes gesagt:

 

    "In vernünftigem Maße genossen, kann Alkohol Freude bereiten. In der Bibel heißt es, daß Wein das Herz des Menschen er- freuen und eine Mahlzeit bereichern kann (Prediger 9:7) Wird Alkohol allerdings mißbraucht, kann das sehr ernste Folgen haben - von Ärger mit den Eltern, mit Lehrern oder mit der Polizei bis hin zu einem frühzeitigen Tod. Es ist, wie die Bibel sagt: "Der Wein ist ein Spötter, berauschendes Getränk ist ungestüm, und jeder, der davon irregeht, ist nicht weise" (Sprüche 20:1). Daher ist es für dich so wichtig, bezüglich des Trinkens eine verantwortungsvolle Entscheidung zu treffen.
Jehovas Zeugen sind nicht extrem. Sie verurteilen Alkoholkonsum nicht rundweg, sondern vertreten vielmehr den ausgewogenen Standpunkt der Bibel, Alkohol in Maßen zu genießen.

Andererseits wenden sich Jehovas Zeugen gegen jede Verharmlosung sowohl von Nikotin als Genußmittel als auch von sogenannten weichen und harten Drogen; sie erachten diese als gesundheitsschädlich und ihren Gebrauch als Mißachtung eines der höchsten Werte - des Lebens. Die Religionsgemeinschaft hat Eltern und Kinder wiederholt ermuntert, ein Vertrauensverhältnis in ihrer Familie zu entwickeln und im Rahmen von Aufklärung christliche Werte zu vermitteln.

ERZIEHUNG
Angesichts der zunehmenden körperlichen Mißhandlungen von Kindern sind Jugendämter, Einrichtungen der Familiensorge, Richter, Lehrer und Eltern zu Recht besorgt über eine mögliche Gefährdung von Kindern durch die Religionsausübung der Eltern. Jehovas Zeugen akzeptieren die Bibel als praktische und zuverlässige Anleitung für das Familienleben. Deshalb hat die Religionsgemeinschaft den Rat aus der Bibel genauer untersucht, wo von der "Rute" der Zucht die Rede ist.

So bekannt entsprechende Bibelverse über Zucht auch sein mögen, sind sie doch keineswegs die einzigen Stellen in der Bibel, in denen Zucht und Erziehung angesprochen werden. Man muß ein breites Spektrum biblischer Aussagen über die "Rute" der Zucht berücksichtigen, um deutlich und richtig zu verstehen, was damit in Wirklichkeit gemeint ist. Dies wurde in einer unserer Veröffentlichungen wie folgt veranschaulicht:

 

    "Wir [müssen] eifrige Erforscher der Bibel sein. Gottes inspiriertes Wort ist ,nützlich zum Lehren, zum Zurechtweisen, zum Richtigstellen der Dinge, zur Erziehung in der # Gerechtigkeit' (2. Timotheus 3:16). Wir sollten nicht erwarten, daß die Lösung für ein Problem immer in einem einzigen Bibelvers enthalten ist. Vielmehr müssen wir möglicherweise über mehrere Bibeltexte nachsinnen, die Licht auf eine bestimmte Situation oder ein bestimmtes Problem werfen. Es wird erforderlich sein, daß wir eifrig zu ergründen suchen, wie Gott über die Angelegenheit denkt (Sprüche 2:3:5). Auch benötigen wir Verständnis, denn ,ein Verständiger ist der, der sich geschickte Lenkung erwirbt' (Sprüche 1:5). Ein verständiger Mensch kann die einzelnen Faktoren einer Sache voneinander trennen und dann erkennen, wie sie miteinander in Verbindung stehen. Wie bei einem Puzzle setzt er die Teile zusammen, damit er das ganze Bild sehen kann.

    Greifen wir als Beispiel die Kindererziehung heraus. In Sprüche 13:24 heißt es, ein Vater, der seinen Sohn liebe, ;sucht ihn sicherlich heim mit Züchtigung'. Für sich allein betrachtet und falsch angewandt, ließe sich mit diesem Biebeltext harte, unerbittliche Bestrafung rechtfertigen. Kolosser 3:21 indes enthält die ausgleichende Ermahnung: ,Ihr Väter, reizt eure Kinder nicht, damit sie nicht mutlos werden.' Eltern, die ihre Vernunft gebrauchen und diese Grundsätze miteinander in ein- klang bringen, werden nicht zu einer Züchtigung greifen, die als ,Mißhandlung' bezeichnet werden könnte. Sie werden ihre Kinder herzlich, verständnisvoll und würdevoll behandeln (Epheser 6:4). Wie dieses Beispiel zeigt, können wir - in der Kindererziehung genauso wie in jeder anderen Angelegenheit, bei der biblische Grundsätze eine Rolle spielen - an Vernunft zunehmen, indem wir alle einschlägigen Faktoren berücksichtigen. Auf diese Weise können wir die ,Grammatik' der biblischen Grundsätze erfassen, das heißt verstehen, welchen Zweck Gott verfolgt und wie wir diesen erfüllen können."

Den Lesern wurde zum Beispiel auch eine prägnante Abhandlung dieses Themas angeboten, in der acht Hauptpunkte in Verbindung mit der Erziehung hervorgehoben wurden, wobei man beachten sollte, daß von körperlicher Züchtigung überhaupt nicht die Rede ist.

 

    IHR Eltern, LEHRT GEHORSAM DURCH ERZIEHUNG IN DER GERECHTIGKEIT; INDEM IHR...
  • euch bei der Erziehung auf die Gesetze und Grundsätze der Heiligen Schrift stützt.
  • in der Erziehung nicht einfach Gehorsam fordern, sondern erklärt, weshalb es weise ist, zu gehorchen (Matthäus- 11:19b).
  • eure Kinder nie im Zorn züchtigt noch sie anschreit (Epheser 4.31, 32).
  • eure Zucht in der Herzlichkeit eines liebevollen und für- sorglichen Verhältnisses eingebettet (Kolosser 3:21; 1. Thessalonicher 2:7, 8; Hebräer 12:5-8).
  • mit der Erziehung in frühester Kindheit beginnt (2.Timotheus 3:14, 15).
  • in eurer Erziehung beständig und konsequent seid (5.Mose 6:6-9; 1. Thessalonicher 2:11, 12).
  • zuallererst euch selbst in Zucht nehmt und so durch ein gutes Beispiel lehrt (Johannes 13:15; vergleiche Matthäus 23:2, 3).
  • euch in der Erziehung voll und ganz auf Jehova verlaßt und ihn inständig im Gebet um Hilfe bittet (Richter 13:8-10)."13

Daraus ist erkennbar, daß der Begriff "Zucht" in der Bibel und in unseren Veröffentlichungen für eine liebevolle Erziehung steht. Leider wird Zucht gewöhnlich mit Kindesmißhandlung in Verbindung gebracht. Kinder zu prügeln gehört nicht zu unserem Verständnis von Zucht.

Es sei noch hinzugefügt, daß anderssprachige Bibelübersetzungen die in der Bibel verwendeten und in Deutsch mit "Zucht" übersetzten Wörter in deren Bedeutung umfassender wiedergeben. Entsprechende Wörter in anderen Sprachen schließen in ihrer Bedeutung das Belehren, das Anleiten und das Unterweisen von Kindern klarer mit ein.

Unser Verständnis von Erziehung ist also von den unterschiedlichsten Aussagen der Bibel zu diesem Thema unter Berücksichtigung der Sprachen, in denen die Bibel ursprünglich geschrieben wurde, geprägt.

EVANGELIUMSVERKÜNDIGUNG
Jehovas Zeugen nehmen das Gebot Jesu Christi ernst, das Evangelium zu verkünden. Jedoch entscheidet jeder einzelne für sich, wann, in welchem zeitlichen Umfang und wie er den in der Heiligen Schrift enthaltenen Evangelisierungsauftrag erfüllt. Dabei nehmen Eltern Rücksicht auf ihre Kinder, damit diese zum Beispiel ausreichend Zeit für schulische Aufgaben und Entspannung haben.

Die Religionsgemeinschaft stellt Bibeln und christliche Veröffentlichungen kostenfrei zur Verfügung, um diese Tätigkeit zu erleichtern, aber der einzelne entscheidet, ob er diese Veröffentlichungen verwendet, und wenn ja, wie, wann und wo.

Zum einen gehen Kinder nur in Begleitung Erwachsener, gewöhnlich ihrer eigenen Eltern, zu ihren Mitmenschen. Zum anderen kann ein Kind wichtige soziale Fähigkeiten erlernen, wenn es in Begleitung eines Erwachsenen auf jemand trifft, der kein Gespräch über das Evangelium wünscht. Das Kind erfährt, daß nicht alle Menschen der gleichen Meinung sind, daß aber Glaubensansichten anderer mit Achtung und Toleranz zu begegnen. Je größer die kulturelle Vielfalt in Deutschland wird, desto wichtiger wird es für junge Leute, Menschen anderer Kulturen und Religionen zu kennen und zu verstehen. Jugendliche, die von Haus zu Haus gehen, erhalten die Gelegenheit, Menschen unterschiedlicher Herkunft und Sprache kennenzulernen und sich mit ihnen auszutauschen sowie Einblick zu nehmen, wie Menschen unterschiedlicher Volksgruppen mit Situationen des täglichen Lebens umgehen.

Kinder werden nicht gezwungen, sich an der Evangeliumsverkündigung zu beteiligen. Wenn Kinder ihre Eltern, die Zeugen Jehovas sind , bei der Evangeliumsverkündigung ab und zu begleiten, können die Eltern ihnen erklären, was sie erwarten können. Zum Beispiel sagen Eltern ihren Kindern, daß jeder über seine Religion selbst entscheidet. Auf diese Weise erleben die Kinder, was sie aus der Bibel bereits kennen, nämlich daß nicht jeder an der Botschaft der Bibel interessiert ist und jeder das Recht wahrnehmen kann, einen andersartigen Standpunkt zu vertreten.

Die meisten Menschen behandeln Kinder, die ihre Eltern bei dieser Tätigkeit begleiten, freundlich. Für die Kinder ist dies eine wertvolle Gelegenheit, im Sozialverhalten Erfahrungen zu sammeln. Manchen Kindern macht es auch Spaß mit anderen über ihr Wissen zu reden.

Gelegentlich wird die Sorge zum Ausdruck gebracht, ein Kind wäre einem physischen Risiko ausgesetzt, wenn es einen Fremden an der Tür anspreche, oder man befürchtet, ein Kind könnte emotionellen Schaden nehmen, wenn der Gesprächspartner die vom Kind dargelegte biblische Botschaft zurückweise. Es gibt sogar Personen, die meinen, Eltern, die Zeugen Jehovas sind, würden sich ihrer Kinder bedienen, um freundlicher empfangen zu werden, wenn sie Hausbesuche durchführen. Derlei Befürchtungen entbehren jeder Grundlage.

Jehovas Zeugen sind zwar für ihre Tätigkeit von Haus zu Haus bekannt, aber unser christliches Werk schließt auch andere Bereiche ein. Beispielsweise mit Familien oder Einzelpersonen, die mehr über unsere Glaubensinhalte erfahren möchten, zu Hause die Bibel zu studieren sowie diejenigen zu besuchen, die ein weiteres Gespräch wünschen. Während kleinere Kinder ihre Eltern eher bei solchen Besuchen begleiten, sind es vielmehr Jugendliche, die mit ihren Eltern neben solchen Besuchen auch von Haus zu Haus mit Mitmenschen ins Gespräch kommen wollen.

FEIERTAGE
Feiertage können ein Anlaß für familiäre oder gemeinschaftliche Feste sein. Auch Jehovas Zeugen sind sehr gern mit Angehörigen und Freunden zusammen. Gewisse Feste, beispielsweise Weihnachten, feiern sie wie auch andere in der Bevölkerung jedoch nicht. Manche, die nicht alle Umstände kennen, sind der Ansicht, Kinder von Zeugen Jehovas würden freudlos aufwachsen und zu Außenseitern werden. Das ist aber nicht der Fall.

Eltern, die Zeugen Jehovas sind, zeigen ihre Zuneigung zu ihren Kindern unter anderem dadurch, daß sie ihnen das ganze Jahr über, ohne an bestimmte Daten gebunden zu sein, Geschenke machen und mit ihnen Feste wie Gartenfeste, Kinderfeste und so weiter feiern oder Grillparties, Picknicks und ähnliches veranstalten. Solche familienorientierten Anlässe sind Gelegenheiten für die Kinder, Klassenkameraden, Nachbarskinder und sonstige Freunde einzuladen.

In unserer multikulturellen Gesellschaft ist es nicht außergewöhnlich, daß verschiedenartige Feste und Feiertage begangen werden. Beispielsweise wird jüdischen Eltern nicht vorgeworfen, ihre Kinder zu Außenseitern zu erziehen, weil sie nicht Weihnachten oder Ostern feiern. So können die Kinder lernen, zu tolerieren und zu respektieren, daß die einen bestimmte Feiertage begehen, die anderen aber nicht.

Auch wenn der Elternteil, der Zeuge Jehovas ist, bestimmte Feste nicht feiert, steht es einem Kind frei, diese Feiertage zu begehen, wenn es sich bei dem andersgläubigen Elternteil aufhält. (Weitere Informationen sind unter "Religiös gemischte Familien" zu finden.)

  GOTTESDIENSTE
In den örtlichen Gemeinden der Zeugen Jehovas werden an drei Tagen in der Woche Gottesdienste durchgeführt, die insgesamt etwa fünf Stunden dauern und zu denen auch Gesang und Gebet gehören. Sonntags kommen die Gemeindeglieder, wie in vielen anderen Religionen auch, zusammen und halten einen zweistündigen Gottesdienst ab. An einem Wochentag kommen sie abends zu einem Gottesdienst von 1 Stunde und 45 Minuten in einem Königreichssaal (Kirchengebäude der Zeugen Jehovas) zusammen. Der dritte wöchentliche Gottesdienst findet in einem eher informellen Rahmen, gewöhnlich in der Wohnung eines Gemeindeglieds, statt. Die Gottesdienste sind informativ. Die Predigten berühren biblische Lehren, Geschichte, Geographie der Länder der Bibel und Fragen der zeitgenössischen Moral. Die Anwesenden können sich am Gottesdienst beteiligen.

Auch den Bedürfnissen junger Gottesdienstbesucher wird Aufmerksamkeit geschenkt. Beispielsweise werden von Zeit zu Zeit Themen behandelt, die Schulkinder angehen, Einige Veröffentlichungen werden in Großdruck herausgegeben, um jungen Lesern zu ermöglichen, den im Gottesdienst behandelten Stoff leichter mitzuverfolgen. Manche Bücher, die direkt für die Bedürfnisse junger Leser geschrieben sind und großformatige Bilder enthalten, werden von den Kindern gern zu den Gottesdiensten mitgebracht. Jugendliche können sich an den Gottesdiensten beteiligen, wenn sie dies möchten. Natürlich wird den Bedürfnissen kleiner Kinder Rechnung getragen; sie können je nach Bedarf ein Nickerchen halten, oder sie können gefüttert werden.

Die Religionsgemeinschaft ist der Meinung, daß es für junge Menschen besser ist, zusammen mit den Erwachsenen der Gemeinde den Gottesdiensten beizuwohnen, als für sie gesonderte Kinder- oder Jugendgottesdienste abzuhalten. So bleiben die Familienbande stark, und die Kinder profitieren von dem Vorbild anderer gläubiger und erfolgreicher Erwachsener in der Gemeinde. Erfahrungen zeigen, daß die Kinder Nutzen aus den Gottesdiensten ziehen und Menschen verschiedener Herkunft und Kulturen kennenlernen. Wenn sie dann später Entscheidungen in bezug auf ihre künftige Lebensgestaltung treffen, können sie dabei auf ein breites Spektrum von Beispielen zurückgreifen. Die Erwachsenen der Gemeinde dienen nicht lediglich als entfernte Leitfiguren, sondern bieten den Kindern auch Stabilität und Aufmerksamkeit. Das kommt besonders den Kindern zugute, die infolge von Trennung und Scheidung ein aufgewühltes häusliches Umfeld erleben. Kindern macht es auch Freude, mit Gleichaltrigen in der Gemeinde zusammen zusein, und viele knüpfen Freundschaften, die ein Leben lang halten.

In vielen Gemeinden gibt es ein kleines Orchester, das die Gemeinde beim Singen begleitet. Häufig spielen Kinder und Jugendliche in diesen Orchestern mit.

Die Gottesdienste, die auch die heilige Abendmahlsfeier, die christliche Taufe, Hochzeiten und Beerdigungen einschließen, dienen der religiösen Erbauung zum Nutzen der Gemeindeglieder; sie sind Bestandteil der Gottesanbetung. Zur Anwesenheit wird zwar ermuntert, vorgeschrieben ist sie jedoch nicht. Wenn zum Beispiel Kinder krank sind oder eine Familie anderen Verpflichtungen nachgehen muß, bleibt sie natürlicherweise den Gottesdiensten fern. Dies zu entscheiden bleibt jedem persönlich überlassen. ISOLATION
Fühlt sich ein Kind ausgegrenzt oder einsam, wenn ein Elternteil Weihnachten, Ostern oder Geburtstage nicht feiert? Wir können nicht für jedes Kind sprechen, erhalten aber immer wieder Informationen, die uns schlußfolgern lassen, daß es sich nicht schädlich auf ein Kind auswirkt, wenn Eltern beschließen, diese Feiertage nicht zu begehen.

Beispielsweise werden Kinder, die bestimmte Festtage nicht feiern wollen, von ‚Schulkameraden vielleicht über ihre religiöse Überzeugung befragt. Sich zu erklären gibt den Kindern die Gelegenheit, Selbstvertrauen in die eigene Überzeugung und Entscheidungsfähigkeit zu entwickeln. Das kann ein nützlicher Lernprozeß sein. Auch werden Gleichaltrige sie möglicherweise auffordern, sich an schädlichen Aktivitäten wie Drogenmißbrauch oder Alkoholkonsum zu beteiligen. Viele Kinder, die mit solchen Situationen konfrontiert werden, geben dem Gruppenzwang nach. Doch Kindern, die gelernt haben, daß sie ihr Verhalten ungeachtet des Anpassungsdrucks von seiten der Klassenkameraden nach ihrer persönlichen Entscheidung ausrichten müssen, fällt es unter solchen Umständen leichter, sich für ein vernünftiges Verhalten zu entscheiden.

Durch die genannten religiösen Verhaltensweisen in bezug auf das Begehen von einigen Feiertagen entsteht keine soziale Ausgrenzung, wie eine Entscheidung des Oberlandesgerichts Oldenburg verdeutlicht (OLG Oldenburg, 11 UF 23/96, 03.07.1996).In dem betreffenden Fall ging es um zwei Mädchen, deren Mutter eine Zeugin Jehovas ist. Die Lehrerin des älteren Mädchens bekundete, daß sich die "Fehlzeiten nicht erheblich von denen ihrer Mitschüler unterscheiden und daß ihr durch Regeln ihrer Religionsgemeinschaft bestimmtes Verhalten, wie etwa ihre Weigerung, anläßlich des Weihnachtsfestes Geschenke zu verteilen, ihre soziale Integration in die Schulklasse nicht beeinträchtigt". Der Lehrer des jüngeren Mädchens bekundete, daß "auch ihr Verhalten, soweit es religiös veranlaßt ist, ihre Einordnung in die Klasse und ihre Beziehungen zu Mitschülern nicht hindert". Dabei handelt es sich nicht um Einzelfälle; vielmehr ist unsere Beobachtung, daß sich Kinder allgemein schnell integrieren und bei Lehrern und Klassenkameraden beliebt sind.

Ein Kind, das lernt, sich gut in einen Gruppe Gleichaltriger zu integrieren und für seine religiöse Überzeugung einzustehen, macht sich Werte zu eigen, die ihm selbst und der Gesellschaft als Ganzem nützen; denn wer gelernt hat, für seine eigenen Überzeugungen und Grundsätze einzutreten, ist nicht leicht manipulierbar. Für eine gesunde Gesellschaftsordnung sind Bürger, die den Mut haben, an dem festzuhalten, was richtig und gerecht ist, unabdingbar. Lernt ein Jugendlicher diese Lektion, erwirbt er die Fähigkeit zur Konfliktlösung und Krisenbewältigung, die für ein erfolgreiches Leben als Erwachsener so wichtig ist.

Schließlich sollte in dieser Frage nicht übersehen werden, daß Kinder, die in einem religiös gemischten Zuhause aufwachsen, die Gelegenheit haben, sich an den religiösen und kulturellen Feiern beider Elternteile zu beteiligen. Wir haben diesbezüglich in einer Veröffentlichung folgende Anleitung gegeben:

    "Man darf nicht vergessen, daß das Kind ein Recht auf Vater und Mutter hat. Daher wäre es kurzsichtig, wenn ein Eltern- teil verlangen würde, daß das Kind nicht an den religiösen, kulturellen oder sozialen Betätigungen des anderen Elternteils teilnehmen darf, wenn es mit ihm zusammen ist. Ebenso wäre es unangebracht, einen absoluten Standpunkt einzunehmen, was die schulischen und außerlehrplanmäßigen Betätigungen des Kindes, seinen Umgang, seine Freizeit oder seine Ausbil- dung betrifft, ohne den Standpunkt des anderen Elternteils oder die individuellen Wünsche des Kindes zu berücksichti- gen.
MEDIZINISCHE VERSORGUNG
Jehovas Zeugen machen sich das ärztliche Können zunutze, um Hilfe bei gesundheitlichen Problemen zu erhalten. Das macht deutlich, daß sie ganz gewiß nichts gegen die Medizin haben. Aber sie halten nichts von sogenannten Wunderheilungen. Vielmehr lieben sie das Leben und tun alles, was vernünftig und mit der Bibel vereinbar ist, um es zu erhalten.

Jehovas Zeugen wünschen für sich und für ihre Kinder die bestmögliche medizinische Versorgung und sind den Ärzten für ihre Bemühungen dankbar. In Zusammenarbeit mit Ärzten und dem medizinischen Fachpersonal tun sie alles Erdenkliche, um eine gute Versorgung ihrer Kinder sicherzustellen.

Bei ihren Bemühungen um eine gute medizinische Versorgung sind sich die Eltern der potentiell tödlichen Risiken bewußt, die mit der Verabreichung von Bluttransfusionen verbunden sind. Auch zahlreiche Ärzte, Juristen, Fachbehörden und andere haben in Veröffentlichungen ausführlich erläutert, weshalb auf eine solche Behandlungsmethoden soweit wie irgend möglich verzichtet werden sollte.15Jehovas Zeugen schenken sowohl diesen medizinisch - wissenschaftlichen Gründen Beachtung als auch dem eindeutigen biblischen Gebot, sich 'von Blut zu enthalten'.

Soll eine gerichtliche Entscheidung zur Regelung des Sorgerechts getroffen werden, sind alle Beteiligten an Lösungen interessiert, die dem Kindeswohl am besten dienlich sind. Hierbei könnten sich folgende Fragen stellen: Sind die jeweiligen Elternteile bereit und in der Lage, für die medizinische Versorgung des Kindes zu sorgen? Manch einer befürchtet möglicherweise, wenn der sorgeberechtigte Elternteil ein Zeuge Jehovas ist, würde das Kind - vor allem bei einem Notfall, in dem eine Bluttransfusion notwendig erscheint - nicht hinreichend medizinisch versorgt. Oder was würde ein solcher Elternteil unternehmen, wenn bei seinem Kind ein geplanter operativer Eingriff erforderlich wird?

Jehovas Zeugen haben maßgeblich dazu beigetragen, daß die Medizin risikoärmere und wirksamere Operationsmethoden entwickelt hat, bei denen auf Bluttransfusionen verzichtet wird. Wünscht ein Elternteil, der ein Zeuge Jehovas ist, Hilfe, um Chirurgen mit diesbezüglicher Erfahrung in der Nähe seines Wohnortes ausfindig zu machen, kann er sich an das örtliche Krankenhaus- Verbindungskomitee wenden; es wird ihm auf seine Anfrage Hinweise auf geeignete und kooperative Ärzte und Krankenhäuser in seiner Nähe geben. Dadurch erhalten Elternteil und Kind den zusätzlichen Vorteil, verschiedene Ärzte und Krankenhäuser zu konsultieren, bevor eine wichtigen Entscheidung über die medizinische Versorgung des Kindes getroffen wird.

Was aber, wenn es sich um einen medizinischen Notfall handelt? Was kann der Elternteil, der ein Zeuge Jehova ist, tun, wenn für eine Beratung mit verschiedenen Ärzten keine Zeit bleibt? Er wird auf jeden Fall im Interesse des Kindeswohls handeln, das heißt, wie alle fürsorglichen und verantwortungsbewußten Eltern wird er unverzüglich über Notruf einen Rettungswagen anfordern. Im Krankenhaus wird der Elternteil um eine unverzügliche Notfallversorgung für das Kind bitten. Dabei ist die Wahrscheinlichkeit gering, daß eine Bluttransfusion als angemessene Behandlungsmethode empfohlen wird, weil sich die Ärzte seit geraumer Zeit der zahlreichen potentiell tödlichen Risiken bewußt sind, die Bluttransfusionen mit sich bringen können. Für den Fall, daß man tatsächlich eine Bluttransfusion als zum Behandlungsstandard gehörend betrachtet, wird der Elternteil, der ein Zeuge Jehovas ist, anerkannte medizinische Behandlungsalternativen zu Bluttransfusionen erbitten. Für den Arzt besteht such die Möglichkeit, sich mit dem örtlichen Krankenhaus-Verbindungskomitee in Verbindung zu setzen; bei diesem Komitee handelt es sich um erfahrene Personen, die spezifische medizinische Fachliteratur zur Verfügung haben und die allein in Deutschland zur Zeit auf über 3 200 Krankenhausärzte verweisen können. Diese Ärzte haben Erfahrung darin, bei Notfällen und elektiven Eingriffen medizinisch anerkannte Behandlungsalternativen zu Bluttransfusionen einzusetzen, die ungefährlicher und häufig wirksamer sind als Bluttransfusionen.

Nicht selten sind den Krankenhäusern die jeweiligen Mitglieder des örtlichen Krankenhaus --Verbindungskomitees gut bekannt, und sie pflegen mit ihnen regelmäßigen Informationsaustausch. Dabei ist es auch möglich, daß der Arzt - sobald er erkennt, daß es sich bei einem Patienten um das Kind von Zeugen Jehovas handelt - von sich aus Kontakt zu dem Krankenhaus - Verbindungskomitee aufnimmt.

Ist der behandelnde Arzt nicht bereit oder in der Lage, einen Eingriff ohne die Verabreichung einer Bluttransfusion durchzuführen und auf medizinische Bedenken einzugehen, wird er erfahrungsgemäß das Vormundschaftsgericht anrufen, um die Einwilligung des sorgeberechtigten Elternteils ersetzen zu lassen. Falls ein Eingriff in das verfassungsmäßige Elternrecht von einem Gericht als unverzichtbar angesehen wird, sollte der geringstmögliche Eingriff gewählt werden, um dem verfassungsmäßigen Grundsatz der Verhältnismäßigkeit zu entsprechen. Der Elternteil, der ein Zeuge Jehovas ist, wird die rechtskräftige Entscheidung nach einem solchen Verfahren akzeptieren, auch wenn er ihr nicht zustimmen mag. Somit tragen Kinder, deren Eltern oder Elternteil der Religionsgemeinschaft der Zeugen Jehovas angehören, kein größeres gesundheitliches Risiko als andere Kinder, da die medizinische Versorgung in jedem Fall sichergestellt ist. MORALERZIEHUNG
Die Religionsgemeinschaft bietet moralische Anleitung, die sich auf die Bibel stützt. Ein Leben nach der Bibel kann zu einer Verbesserung der Lebensqualität führen, was das Familienleben, die psychische und physische Gesundheit, die Moral und die zwischenmenschlichen Beziehungen betrifft sowie die soziale und finanzielle Stabilität. Folgendes Zitat faßt die Grundsätze, die die Bibel enthält, zusammen:

    "Einige moralische Grundsätze, die Jehovas Zeugen befolgen". Was moralische Grundsätze angeht, so lehren Jehovas Zeugen ihre Kinder, von Verhaltensweisen, von Praktiken und sogar von An- schauungen Abstand zu nehmen, die sich - obwohl heute gang und gäbe - auf sie selbst oder auf andere schädlich auswirken können (Jakobus 1:27). Sie klären ihre Kinder über die Gefahren des Drogen- und Alkoholmißbrauchs auf sowie über die des Rau- chens (Sprüche 20:1, 2. Korinther 7:1). Sie halten Ehrlichkeit und Fleiß für wichtig (Epheser 4:28). Jehovas Zeugen achten da- rauf, daß ihre Kinder keine schmutzige Sprache sprechen (Ephe- ser 5:3, 4). Außerdem lernen die Kinder, an den biblischen Grund- sätzen über die Geschlechtsmoral festzuhalten, Autoritätspersonen zu respektieren sowie ihren Nächsten und sein Eigentum zu achten (1.Korinther 6:9, 10; Titus 3:1, 2; Hebräer 13:4). Jehovas Zeugen sind aufrichtig davon überzeugt, daß es ihren Kindern nur zum be- sten gereicht, wenn sie diese Grundsätze befolgen."17

RELIGIÖS GEMISCHTE FAMILIEN
Deutschland ist heute ein Land mit kultureller, religiöser und sprachlicher Vielfalt. Infolgedessen wachsen viele Kinder in einem religiös und kulturell gemischten Umfeld auf. Eine religiös gemischte Erziehung kann zwar für das Kind positiv sein, sie kann sich aber auch nachteilig auswirken, wenn sich die Eltern gegenseitig die nötige Toleranz und die gebührende Achtung versagen. Wir stimmen diesbezüglich der Feststellung von Dr. phil. Steven Carr Reuben zu:

    "Es verwirrt ein Kind, wenn seine Eltern religiösen Fragen ab lehnend gegenüberstehen, keine klare Meinung darüber haben, dazu schweigen und ihnen aus dem Weg gehen. Sprechen Eltern dagegen offen und ehrlich über ihre religiösen Anschauungen, ihre Wertvorstellungen und den Ablauf religiöser Feiern, dann wächst ein Kind in seinem religiösen Umfeld geborgen auf und besitzt Selbstwertgefühl, was entscheidend dafür ist, daß es Selbstachtung entwickelt und seinen Platz in der Gesellschaft findet."18
Herrscht dieser Geist der Offenheit und des gegenseitigen Respekts vor, kann das Kind Nutzen aus der sittlichen und religiösen Erziehung beider Eltern ziehen. Diese Haltung entspricht der Aufforderung der Bibel, wonach Kinder ihren Eltern gehorchen sollten.19 Das gilt für alle Kinder, ungeachtet der Religionszugehörigkeit ihrer Eltern. Kinder, die in religiös gemischten Familien aufwachsen, werden aufgefordert, ihre Eltern sowie deren religiöse Überzeugung zu respektieren. Auf diese Weise werden Eltern und Kinder ermuntert, nicht darauf zu bestehen, daß sich die anderen nach ihren religiösen Vorstellungen richten, sondern den Rat des Apostels Paulus zu befolgen: "Laßt eure Vernünftigkeit allen Menschen bekanntwerden"20 Dadurch wird dem Kind psychologisch die Freiheit eingeräumt, aktiv an den religiösen Handlungen beider Eltern teilzunehmen, ohne daß die Gefahr besteht, Schuldgefühle zu entwickeln oder in einen Loyalitätskonflikt zu geraten.

Veranschaulicht wird das in folgender Entscheidung eines Amtsgerichts (AG Mettmann, 42 F 326/93):

    " Die Mutter, die dem Vater trotz der von ihm mitinitiierten Medienkampagne nie für eine längere Zeit O. vorenthalten hat, zeigt ein Höchstmaß von Kooperationsbereitschaft. Alle 14 Tage am Wochenende von freitags abends bis sonntags abends überantwortet sie dem Vater das Kind. Sie akzeptiert, daß O. nur alle 14 Tage die Veranstaltungen der Zeugen Jehovas be- sucht. Ausdrücklich räumt sie dem Vater das Recht ein, O. mit seinen kulturellen und religiösen Überzeugungen zu konfrontieren. O. darf mit ihm Weihnachten, und zwar bereits am Heiligabend, Ostern, Geburtstag, Karneval etc. feiern. Der Vater kann ihn mit in seine Kirche nehmen. Umgekehrt befürchtet das Gericht, daß auf Seiten des Vaters keine so große Kooperationsbereitschaft vorhanden wäre. Er hat große Vorbehalte gegen die Zeugen Jehovas. Aus seiner Sicht konsequent würde er den Umgang O.s mit der Mutter so einschränken, daß O. die kulturellen und religiösen Vorstellungen der Mutter nicht kennenlernt. Für die Identitätsfindung O.s ist aber die Auseinandersetzung mit den unterschiedlichen Auffassungen seiner Eltern wichtig, damit er sich später selbst für eine oder für keine der beiden Richtungen entscheiden kann. Eine solche Meinungsfindung sieht das Gericht der- zeit nur bei der Mutter gewährleistet."
Auch in religiös gemischten Familien sollte das Recht jedes Elternteils, den Kindern seine religiösen und ethischen Anschauungen zu vermitteln, gewahrt bleiben. Dabei sollte jeder Elternteil dem anderen gegenüber Rücksicht und Toleranz üben und sich nicht abschätzig über die Ansichten des anderen äußern, damit Kinder nicht auf Grund der unterschiedlichen Ansichten der Eltern unnötigen Konflikten ausgesetzt werden. Kinder, die so erzogen werden, erhalten die echte Chance, eigene Entscheidungen zu treffen und ihren Lebensweg selbst zu wählen.

Tatsächlich hat jedes Kind ein Recht auf den Einfluß beider Elternteile, wie dies schon vor Jahren in einer unserer Veröffentlichungen erklärt wurde:

    "Man darf nicht vergessen, daß das Kind ein Recht auf Vater und Mutter hat. Daher wäre es kurzsichtig, wenn ein Eltern- teil verlangen würde, daß das Kind nicht an den religiösen, kulturellen oder sozialen Betätigungen des anderen Elternteils teilnehmen darf, wenn es mit ihm zusammen ist. Ebenso wäre es unangebracht, einen absoluten Standpunkt einzunehmen, was die schulischen und außerlehrplanmäßigen Betätigungen des Kindes, seinen Umgang, seine Freizeit oder seine Ausbil- dung betrifft, ohne den Standpunkt des anderen Elternteils oder die individuellen Wünsche des Kindes zu berücksichti- gen."
TAUFE
Anders als in manch anderen Religionen gibt es bei Jehovas Zeugen keine Initiationsriten für Kleinkinder. Wächst ein Kind in einem Zuhause auf, in dem zumindest ein Elternteil ein Zeuge Jehovas ist, kann das Kind, wenn es dies möchte, den Wunsch zum Ausdruck bringen, sich als Zeuge Jehovas taufen zu lassen. Diesen Wunsch würde es zunächst mit seinen Eltern und dann auch mit den Ältesten der örtlichen Gemeinde besprechen. Da die christliche Taufe die Grundlage dafür bildet, ein Zeuge Jehovas zu werden, müssen sich die Ältesten der örtlichen Gemeinde vergewissern, daß das Kind diese Entscheidung freiwillig und ohne Druck von seiten der Eltern oder Gleichaltriger trifft und sich der Tragweite dieser Entscheidung ausreichend bewußt ist.

Wie bei einem Erwachsenen geht auch die Taufe eines Kindes - das alt genug ist zu verstehen, was es tut - die persönliche Hingabe an Gott voraus. Hingabe bedeutet, daß jemand, ohne von anderen beeinflußt worden zu sein und ohne daß andere dies wissen, in einem sehr persönlichen Gebet Gott gegenüber freiwillig gelobt, in seinem Leben dem Willen Gottes den Vorrang zu geben. Als Ausdruck dieser ganz privaten Entscheidung äußert der Betreffende den Wunsch, sich taufen zu lassen. Daraufhin sind drei Besprechungen mit Ältesten der örtlichen Gemeinde vorgesehen, in denen sie sich des Verständnisses des Taufbewerbers, die Grundlehren der Bibel und die Glaubensinhalte der Religionsgemeinschaft betreffend, vergewissern. Bei diesen Besprechungen, die in entspannter Atmosphäre stattfinden, achten die Ältesten vor allem darauf, ob der Taufbewerber ausreichend überzeugt ist und wünscht, ein Zeuge Jehovas zu werden. Des weiteren vergewissern sich die Ältesten, daß der junge Mensch diese Entscheidung wirklich selbst getroffen hat.

Von der Religionsgemeinschaft werden Jugendliche ermuntert, den Schritt der Taufe sehr ernst zu nehmen und keine übereilte Entscheidung zu treffen. Auf jeden Fall sollte sich jemand - ungeachtet seines Alters - nur dann taufen lassen, wenn dies seine persönliche Entscheidung ist.

WELTENDE (HARMAGEDON) UND DÄMONEN
Manchmal ist die Besorgnis geäußert worden, Jehovas Zeugen würden die Furcht vor Harmagedon und vor Dämonen als Mittel einsetzen, um Kinder einzuschüchtern und sie zum Gehorsam zu zwingen. Als Religionsgemeinschaft können wir zwar nicht für alle Eltern sprechen, aber wir können sagen, daß eine solche Taktik weder in der Bibel noch in unseren Veröffentlichungen angeregt, gestützt oder gebilligt wird.

Die Bibel bietet Erwachsenen wie jungen Menschen die wunderbare Aussicht, für immer im Paradies auf der Erde zu leben, ohne Krankheit, Tod, Trauer oder Tränen.22 Wir verstehen dies als die Zeit, in der das eintreten wird, was Jesus versprach, nämlich daß die Mildgesinnten die Erde erben werden.23

Doch wie wird es zu diesen Veränderungen kommen? Aus der Bibel geht hervor, daß Gott in die Angelegenheiten der Menschen eingreifen wird: "Sie versammelten sie an den Ort, der auf hebräisch Har-Magedon genannt wird."24 Bei diesem Ereignis handelt es sich nach Aussage der Bibel um den Gerichtstag Gottes, mit dem er eine Entwicklung einleiten wird, durch die die Erde in ein Paradies umgestaltet werden wird. Die Bibel beschreibt diese Periode als eine Zeit, in der auf der ganzen Erde Gerechtigkeit herrschen und selbst zwischen der Menschheit und der Tierwelt Frieden sein wird.25

Kinder können somit Harmagedon mit dem Beginn des Paradieses in Zusammenhang bringen. Da die Bibel deutlich macht, daß Kinder durch die Treue ihrer Eltern als gerecht und der Rettung würdig angesehen werden, kann sich ein Kind seiner Rettung sicher fühlen. Furcht wird demzufolge nicht vermittelt. Von uns wurde zum Beispiel folgendes geschrieben:

    "Bis die Kinder das entsprechende Alter haben, brauchen die Eltern nicht zu befürchten, das ewige Wohl ihrer ungetauften Sprößlinge sei gefährdet. Gemäß 1.Korinther 7:14 gibt der Apostel Paulus die Zusicherung, daß die Kinder eines christli- chen Elternteils ,heilig' sind, nicht wegen eines formalistischen Ritus, sondern weil Gott so barmherzig ist, ihnen einen reinen Stand zu verleihen - solange wenigstens ein Elternteil ein treuer Christ bleibt
In der Bibel ist von Dämonen die Rede. In unseren Veröffentlichungen wird weder versucht, diese Tatsache zu verbergen, noch, sie überzubetonen. Aber auf gar keinen Fall beten wir Dämonen an oder bedienen uns ihrer Existenz, um Kinder einzuschüchtern und zum Gehorsam zu zwingen.

 

ANHANG

1Matthäus 24:14:

"Diese gute Botschaft vom Königreich wird auf der ganzen bewohnten Erde gepredigt werden, allen Nationen zu einem Zeugnis; und dann wird das Ende kommen."

(Die Bibelzitate sind der Neuen-Welt Übersetzung der Heiligen Schrift - mit Studienverweisen entnommen.)

2 1. Mose 1:.28:

"Auch segnete Gott sie, und Gott sprach zu ihnen: ,Seid fruchtbar, und werdet viele, und füllt die Erde, und unterwerft sie euch, und haltet euch die Fische des Meeres und die fliegenden Geschöpfe der Himmel untertan und jedes lebende Geschöpf, das sich auf der Erde regt‘."

1.Mose2:22-24:

"Jehova Gott ging daran, aus der Rippe, die er von dem Menschen genommen hatte, ein e Frau zu bauen und sie zu dem Menschen zu bringen. Da sprach der Mensch: ,Dies ist endlich Bein von meinem Gebein und Fleisch von meinem Fleisch. Diese wird Männin genannt werden, denn vom Mann wurde diese genommen.‘ Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen, und er soll fest zu seiner Frau halten, und sie sollen ein Fleisch werden."

3 Psalm 127:3-5

"Siehe! Söhne sind ein Erbe von Jehova; die Leibesfrucht ist eine Belohnung. Wie Pfeile in der Hand eines Starken, so sind die Söhne der Jugend. Glücklich ist der kräftige Mann, der seinen Köcher mit ihnen gefüllt hat. Sie werden nicht beschämt werden, denn sie werden mit Feinden reden im Tor."

4 5. Mose 6:4-9:

"Höre, o Israel: Jehova, unser Gott, ist ein Jehova. Und du sollst Jehova, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und deiner ganzen Seele und deiner ganzen Tatkraft. Und es soll sich erweisen, daß diese Worte, die ich dir heute gebiete, auf deinem Herzen sind; und du sollst sie deinem Sohn einschärfen und davon reden, wenn du in deinem Haus sitzt und wenn du auf dem Weg gehst und wenn du dich niederlegst und wenn du aufstehst. Und du sollst sie als Zeichen auf deine Hand binden, und sie sollen als Stirnband zwischen deinen Augen dienen; und du sollst sie auf die Türpfosten deines Hauses und an deine Tore schreiben."

1.Timotheus 5:8:

"Bestimmt hat jemand, der für die Seinigen und besonders für seine Hausgenossen nicht sorgt, den Glauben verleugnet und ist schlimmer als ein Ungläubiger.

5 5. Mose.5:16;Epheser 6:2. 3.

6 Wachtturm – Gesellschaft, Selters/Taunus, Jehovas Zeugen und Schulbildung,1995,S. 5

7 Epheser 6:1-4:

"Ihr Kinder, gehorcht euren Eltern in Gemeinschaft mit dem Herrn, denn das ist gerecht: ,Ehre deinen Vater und deine Mutter‘, welches das erste Gebot mit einer Verheißung ist: ,Damit es dir gutgeht und du lange Zeit auf der Erde bleibst.‘ Und ihr, Väter, reizt eure Kinder nicht zum Zorn, sondern zieht sie weiterhin auf in der Zucht und in der ernsten Ermahnung Jehovas.

8 Jehovas Zeugen und Schulbildung S. 29

9 Wachtturm – Gesellschaft, Selters/Taunus, Der Wachtturm, 1. November 1992, S. 19, 20

10 Art. 14 Übereinkommen über die Rechte des Kindes — UN-Kinderkonvention vom 20.11.1989.

11 Wachtturm – Gesellschaft, Selters/Taunus, Fragen junger Leute — Praktische Antworten, 1989, S. 262

12 Der Wachtturm 15. Juni1995, S. 18-23

13 Der Wachtturm, 1. Oktober 1992, S. 29

14 Wachtturm – Gesellschaft, Selters/Taunus, Erwachet, 22. Oktober 1988, "Das Sorgerecht — ein schmerzliches Tauziehen", S. 12; siehe auch Erwachet, 8. Dezember 1997, "Eine ausgeglichene Ansicht über das Sorgerecht", S. 10

15 Zitate aus deutschen Quellen zu Risiken von Bluttransfusionen

J. Vrabl, forum DR. MED, 17. Jahrgang, Supplementum 12/93, "Rekombinantes humanes Erythropoietin (r-HuEPO)", S. 2-7:

Fremdbluttransfusionen sind assoziiert mit zum Teil beträchtlichen Risiken für den Empfänger, die sich mit der Anzahl der verabreichten Blutkonserven weiter vergrößern. Transfusionszwischenfälle finden sich bei 20 % aller homologen Bluttransfusionen"(S.5).

W.Mempel, Zentralblatt für Chirugie, 1993, "Im Brennpunkt: Bluttransfusion — Risiken und Probleme bei der Blutübertragung", S.563-566:

"Zusammenfassung:...Dabei darf aber nicht vergessen werden, daß eine HIV – Übertragung nur eines der möglichen Risiken darstellt. An erster Stelle stehen da nach wie vor die hämolytischen Transfusionsreaktionen, gefolgt von Übertragungen der Hepatitis und anderer viraler oder bakterieller Erreger. ...Die wichtigste Forderung besteht ... darin, möglichst blutsparend zu operieren"(S.563).

S. Bünte und W.-D. Ludwig, Deutsche medizinische Wochenschrift, 1994, 119. Jahrgang, Nr. 45, "Rationale Substitution mit Blut- und Blutbestandteilkonserven", S. 1555 – 1560:

"Bluttransfusionen werden häufig ohne eindeutige Indikation durchgeführt; in einer kürzlich publizierten Studie lag der Anteil unnötiger Transfusionen für Erythrozytenkonzentrate bei etwa 50 % für gefrorenes Frischplasma sogar über 80 %. Therapierichtlinien, die eine Vereinheitlichung der Transfusionspraxis, Festlegung von Indikationen und Vermeidung unnötiger Transfusionen zum Ziel haben, sind deshalb dringend erforderlich, insbesondere vor dem Hintergrund der mit der Substitution von Blut- und Blutbestandteilkonserven verbundenen Infektionsrisiken und immunologischen Nebenwirkungen, des Kostenfaktors und der begrenzten Verfügbarkeit des von freiwilligen Spendern gewonnenen Blutes" (S. 1555).

G. Kreienbühl, Der Anaesthesist, Jahrgang 44, Oktober 1995, "Therapie mit Blut und Blutprodukten", S. 725 – 741:

"In der USA wird heute geschätzt, daß 3 von 10 000 Empfänger von Blutprodukten schwere oder tödliche transfusionsbedingte Krankheiten erleiden."(S.727).

R. Madea, U J. Winter, M. Schwonzen, D. Rademacher, Innere Medizin und Recht, Blackwell Wissenschaft, Berlin . Wien 1996, "Qualität und Sicherheit von Blut und Blutprodukten" (von J. Hoch, P. Hanfland), S. 50 – 58:

"Kretschmer et al. beziffern das Mortalitätsrisiko ... mit 1:75 000 bei homologen ... Blutkonserven" (S. 54).

16 Apostelgeschichte 15:28, 29:

"Der heilige Geist und wir selbst haben es für gut befunden, euch keine weitere Bürde aufzuerlegen als folgende notwendigen Dinge: euch von Dingen zu enthalten, die Götzen geopfert wurden, sowie von Blut und Erwürgtem und von Hurerei. Wenn ihr euch vor diesen Dingen sorgfältig bewahrt, wird es euch gutgehen. Bleibt gesund!"

17 Jehovas Zeugen und Schulbildung S. 24.

18 Raising Jewish Children in a Contemporary World, S.115.

19 Siehe Fußnote 7.

20 Philipper 4:5

21 Siehe Fußnote 14.

22 Offenbarung 21:3, 4:

"Dann hörte ich eine laute Stimme vom Thron her sagen: "Siehe! Das Zelt Gottes ist bei den Menschen, und er wird bei ihnen weilen, und sie werden seine Völker sein. Und Gott selbst wird bei ihnen sein. Und er wird jede Träne von ihren Augen abwischen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch wird Trauer, noch Geschrei, noch Schmerz mehr sein. Die früheren Dinge sind vergangen.

23 Matthäus 5:5:

"Glücklich sind die Mildgesinnten, da sie die Erde erben werden."

24Offenbarung 16:16.

25 Jesaja 65:17:

"Denn siehe, ich schaffe neue Himmel und eine neue Erde; und die früheren Dinge werden nicht in den Sinn gerufen werden, noch werden sie im Herzen aufkommen."

26 Erwachet, 8. Oktober 1986, S.27.

 

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