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Date: Thu, 30 Nov 2006 15:30:09 +0100
To: j.birlenberg@KIDS-LEV.COM
From: BMJ Newsletter <presse@bmj.bund.de>
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Berlin, 30. November 2006

Besserer Schutz für Stalking-Opfer


Der Bundestag hat heute den strafrechtlichen Schutz von Stalking-Opfern beschlossen. „Stalking-Opfer, die unter fortgesetzter Verfolgung, Belästigung und Bedrohung leiden, werden künftig strafrechtlich besser geschützt. Das heute verabschiedete Gesetz schließt Strafbarkeitslücken und ermöglicht einen effektiveren Opferschutz. Der Gesetzgeber setzt hiermit ein eindeutiges Zeichen: Stalking ist keine Privatsache, sondern strafwürdiges Unrecht. Wer solche Taten begeht, den werden wir mit den Mitteln des
Strafrechts belangen“, sagte Bundesjustizministerin Brigitte Zypries in der Bundestagsdebatte.

Der neue Straftatbestand § 238 StGB Nachstellung hat folgenden Wortlaut:

§ 238 Nachstellung
(1) Wer einem Menschen unbefugt nachstellt, indem er beharrlich
1. seine räumliche Nähe aufsucht,
2. unter Verwendung von Telekommunikationsmitteln oder sonstigen Mitteln der Kommunikation oder über Dritte Kontakt zu ihm herzustellen versucht,
3. unter missbräuchlicher Verwendung von dessen personenbezogenen Daten Bestellungen von Waren oder Dienstleistungen für ihn aufgibt oder Dritte veranlasst, mit diesem Kontakt aufzunehmen,
4. ihn mit der Verletzung von Leben, körperlicher Unversehrtheit, Gesundheit oder Freiheit seiner selbst oder einer ihm nahe stehenden Person bedroht, oder
5. eine andere vergleichbare Handlung vornimmt, und dadurch seine Lebensgestaltung schwerwiegend beeinträchtigt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
(2) Auf Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren ist zu erkennen, wenn der Täter das Opfer, einen Angehörigen des Opfers oder eine andere dem Opfer nahestehende Person durch die Tat in die Gefahr des Todes oder einer schweren Gesundheitsschädigung bringt.
(3) Verursacht der Täter durch die Tat den Tod des Opfers, eines Angehörigen des Opfers oder einer anderen dem Opfer nahestehenden Person, so ist die Strafe Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren.
(4) In den Fällen des Absatzes 1 wird die Tat nur auf Antrag verfolgt, es sei denn, dass die Strafverfolgungsbehörde wegen des besonderen öffentlichen Interesses an der Strafverfolgung ein Einschreiten von Amts wegen für geboten hält.

Durch eine Ergänzung des Haftgrundes der Wiederholungsgefahr in § 112a StPO wird es künftig die Möglichkeit geben, Haft gegen gefährliche Stalking-Täter anzuordnen. Damit wird für extreme Fallkonstellationen die Möglichkeit geschaffen, gefährliche Täter in Haft zu nehmen, um so schwere Straftaten gegen Leib und Leben zu verhüten.

Den Interessen der Medien trägt der neue § 238 StGB angemessen Rechnung. Wer sich presserechtlich korrekt verhält, läuft nicht Gefahr, als Stalker verfolgt zu werden. „Der neue § 238 StGB kriminalisiert nicht den grundrechtlich geschützten Bereich der Pressefreiheit bei Berichterstattung und Informationsbeschaffung“, betonte Zypries. „Der neue Straftatbestand ermöglicht es den Strafverfolgungsbehörden, künftig schneller einzugreifen und dadurch die Opfer besser zu schützen. Eine neue Strafvorschrift allein
kann das Problem jedoch nicht lösen. Die vorhandenen Möglichkeiten des Strafrechts und Gewaltschutzgesetzes müssen bekannt sein und genutzt werden. Hier bestehen leider noch Informations- und Vollzugsdefizite. Diese Defizite müssen beseitigt und das bestehende polizei-, zivil- und strafrechtliche Instrumentarium konsequent genutzt werden.“


Herausgegeben vom Referat Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des
Bundesministeriums der Justiz
Verantwortlich: Eva Schmierer; Redaktion: Ulf Gerder, Dr. Henning Plöger, Christiane Wirtz
Mohrenstr. 37, 10117 Berlin
Telefon 01888 580-9030
Telefax 01888 580-9046
presse@bmj.bund.de

Sie haben jederzeit die Möglichkeit den Newsletter unter der Adresse
http://www.bmj.bund.de/enid/newsletter/
abzubestellen.






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 <title>BMJ Newsletter</title>
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<body><a href="http://www.bmj.de" title="Bundesministerium der Justiz">
<img src="http://www.bmj.de/web/img/logo.gif" alt="Bundesministerium der Justiz" /></a><br /><div class="content"><div align="right">Berlin, 30. November 2006</div><br /><br /><h2>Besserer Schutz für Stalking-Opfer</h2><br /><br /><p>
  Der Bundestag hat heute den strafrechtlichen Schutz von
  Stalking-Opfern beschlossen. „Stalking-Opfer, die unter
  fortgesetzter Verfolgung, Belästigung und Bedrohung leiden,
  werden künftig strafrechtlich besser geschützt. Das heute
  verabschiedete Gesetz schließt Strafbarkeitslücken und ermöglicht
  einen effektiveren Opferschutz. Der Gesetzgeber setzt hiermit ein
  eindeutiges Zeichen: Stalking ist keine Privatsache, sondern
  strafwürdiges Unrecht. Wer solche Taten begeht, den werden wir
  mit den Mitteln des Strafrechts belangen“, sagte
  Bundesjustizministerin Brigitte Zypries in der Bundestagsdebatte.
</p>
<p>
  Der neue Straftatbestand § 238 StGB Nachstellung hat folgenden
  Wortlaut:
</p>
<blockquote dir="ltr" style="MARGIN-RIGHT: 0px">
  <p>
    <em><strong>§ 238 Nachstellung</strong>
    <br />
    (1) Wer einem Menschen unbefugt nachstellt, indem er beharrlich
    <br />
    1. seine räumliche Nähe aufsucht,
    <br />
    2. unter Verwendung von Telekommunikationsmitteln oder
    sonstigen Mitteln der Kommunikation oder über Dritte Kontakt zu
    ihm herzustellen versucht,
    <br />
    3. unter missbräuchlicher Verwendung von dessen
    personenbezogenen Daten Bestellungen von Waren oder
    Dienstleistungen für ihn aufgibt oder Dritte veranlasst, mit
    diesem Kontakt aufzunehmen,
    <br />
    4. ihn mit der Verletzung von Leben, körperlicher
    Unversehrtheit, Gesundheit oder Freiheit seiner selbst oder
    einer ihm nahe stehenden Person bedroht, oder
    <br />
    5. eine andere vergleichbare Handlung vornimmt, und dadurch
    seine Lebensgestaltung schwerwiegend beeinträchtigt, wird mit
    Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe
    bestraft.
    <br />
    (2) Auf Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren ist
    zu erkennen, wenn der Täter das Opfer, einen Angehörigen des
    Opfers oder eine andere dem Opfer nahestehende Person durch die
    Tat in die Gefahr des Todes oder einer schweren
    Gesundheitsschädigung bringt.
    <br />
    (3) Verursacht der Täter durch die Tat den Tod des Opfers,
    eines Angehörigen des Opfers oder einer anderen dem Opfer
    nahestehenden Person, so ist die Strafe Freiheitsstrafe von
    einem Jahr bis zu zehn Jahren.
    <br />
    (4) In den Fällen des Absatzes 1 wird die Tat nur auf Antrag
    verfolgt, es sei denn, dass die Strafverfolgungsbehörde wegen
    des besonderen öffentlichen Interesses an der Strafverfolgung
    ein Einschreiten von Amts wegen für geboten hält.</em>
  </p>
</blockquote>
<p>
  Durch eine Ergänzung des Haftgrundes der Wiederholungsgefahr in §
  112a StPO wird es künftig die Möglichkeit geben, Haft gegen
  gefährliche Stalking-Täter anzuordnen. Damit wird für extreme
  Fallkonstellationen die Möglichkeit geschaffen, gefährliche Täter
  in Haft zu nehmen, um so schwere Straftaten gegen Leib und Leben
  zu verhüten.
</p>
<p>
  Den Interessen der Medien trägt der neue § 238 StGB angemessen
  Rechnung. Wer sich presserechtlich korrekt verhält, läuft nicht
  Gefahr, als Stalker verfolgt zu werden. „Der neue § 238
  StGB kriminalisiert nicht den grundrechtlich geschützten Bereich
  der Pressefreiheit bei Berichterstattung und
  Informationsbeschaffung“, betonte Zypries. „Der neue
  Straftatbestand ermöglicht es den Strafverfolgungsbehörden,
  künftig schneller einzugreifen und dadurch die Opfer besser zu
  schützen. Eine neue Strafvorschrift allein kann das Problem
  jedoch nicht lösen. Die vorhandenen Möglichkeiten des Strafrechts
  und Gewaltschutzgesetzes müssen bekannt sein und genutzt werden.
  Hier bestehen leider noch Informations- und Vollzugsdefizite.
  Diese Defizite müssen beseitigt und das bestehende polizei-,
  zivil- und strafrechtliche Instrumentarium konsequent genutzt
  werden.“
</p><br /><br /></div><div class="footer">Herausgegeben vom Referat Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des<br />
Bundesministeriums der Justiz<br />
Verantwortlich: Eva Schmierer; Redaktion: Ulf Gerder, Dr. Henning Plöger, Christiane Wirtz<br />
Mohrenstr. 37, 10117 Berlin<br />
Telefon 01888 580-9030<br />
Telefax 01888 580-9046<br />
presse@bmj.bund.de
<br /><br />
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