Lieber Vater,
Ich bin jetzt 35 Jahre alt, eine erwachsene
Frau, doch immer noch 13 Jahre jünger als du, als du begannst,
mich zu missbrauchen, als du 48 warst und ich erst 15. Hast du
bemerkt, dass ich das Wort Missbrauch benutzt habe? Oh, du magst
das Wort nicht. Lass mich ein anderes versuchen, Kinderschänder.
Oh, damit bist du auch nicht einverstanden?!! Wie würdest du es
dann nennen? Eine Affäre – dass ich nicht lache.
Ich war 15 Jahre alt, du warst 48 und mein
Vater. Ich war jung, du warst bei weitem zu alt, und du warst mein
Vater. Ich hatte noch nie eine Verabredung oder meinen ersten
Kuss, du warst verheiratet und mein Vater. Ich war schlank und
sehr hübsch, du warst klein und fett und mein Vater. Ich habe dich
nie gemocht oder sexuell gesehen, nie, aber du mochtest mich und
sahst mich mit sexuellen Augen an, wo ich doch deine Tochter war
und du mein Vater.
Ich liege da steif wie ein Brett, während du
dir einen auf mir heruntergeholt hast, bis du kamst, und du
warst mein Vater. Ich habe dich nie
berührt, ich lag nur da, während du überall meinen Körper berührt
hast, und du warst mein Vater. Innerlich schrie ich NEIN, NEIN,
NEIN, aber ich sagte nie etwas, weil du mein Vater warst.
Was ist das? Ja, du hast
recht, ich habe dir gesagt, dass ich dich liebe, weil du
mein Vater warst. Ja, ich hielt deine Hand, weil du mein Vater
warst. Ja, ich fragte dich, ob du mich liebst, weil du mein Vater
warst. Aber ich wollte dich nie als Liebhaber, denn du warst mein
Vater. Ich sagte nie nein, ich wollte deine Gefühle nicht
verletzen, weil du mein Vater warst. Ich wollte mich erbrechen,
denn es war SO widerlich, und du warst mein Vater. Ich gefror
einmal, weil ich mich so übel fühlte und so nahe daran, mich zu
erbrechen, und du fragtest, ob ich komme, und wenn ja, dann
würdest du aufhören, und ich log, damit du aufhören würdest, weil
du mein Vater warst.
Ich habe dir immer gesagt, ich hätte
Schuldgefühle und könnte nicht mehr beten, um dich zum Aufhören zu
bringen, anstatt dir zu sagen, wie widerlich alles war, weil du
mein Vater warst. Ich habe es niemandem erzählt, weil du mein
Vater warst. Ich fühlte mich schuldig, als du mich vor meinen
Geschwistern deinen Liebling nanntest, weil du ihr Vater
warst. Ich fühlte mich schuldig und dachte, ich sei die „andere
Frau“, von der Mutter nicht wusste, aber ich war es nicht – du
warst mein Vater, ein Schänder und Missbraucher. Ich bin 35 Jahre
alt, und jetzt sage ich wieder, dass du mich belästigt hast,
missbraucht hast, mir das Gehirn gewaschen hast, und du konntest
all das tun, weil du mein Vater warst.
Du krochst in mein Bett, nahmst mich in
Mutters Bett, erzähltest mir Dinge über dein Sexleben mit Mutter,
die kein Kind hören konnte, und du warst mein Vater. Du hast mich
in einer Weise zerstört, die du nicht einmal zu verstehen beginnen
kannst, und du hast mir meine Jugend gestohlen und warst mein
Vater. Als ich so überwältigt von Schuldgefühlen war und du
herausfandest, dass ich aufgehört hatte zu beten, hast du
aufgehört, in mein Bett zu kriechen, du saßt auf meinem Bett und
hast für mich gebetet, aber das machte mich immer noch krank, und
innerlich schrie ich NEIN, NEIN, NEIN. Weißt du, dass ich in den
vergangenen 20 Jahren nicht in der Lage gewesen bin zu beten? Du
solltest dich vor dir selbst schämen, weil du mein Vater warst.
Das alles hast du getan, und wenn ich dann
mit einem Jungen redete, ich wiederhole: mit einem Jungen REDETE,
nanntest du mich Hure oder Schlampe – du hättest mich nicht so
schrecklich beleidigen dürfen, weil du mein Vater warst. Du hast
mich mit 13, 19 und 30 geschlagen, und jedes Mal war sehr
traumatisch und demütigender, und du warst mein Vater.
Ich war vor der Außenwelt wie in einem Käfig,
keine Freunde in der Schule, keine Freunde in der Kirche – ich war
isoliert von der Welt – sag mir warum Vater. Angst, ich würde es
erzählen? Als ich die Schule beendete, arbeitete ich für das
Familienunternehmen, kein College. Sag mir warum, Vater. Angst,
ich würde es erzählen? Als ich mit 18 meinen ersten Freund haben
wollte, hast du nein gesagt und den Umgang verboten, ehe ich auch
nur wusste, ob wir uns mögen. Sag
mir warum,
Vater. Angst,
ich würde
es erzählen?
Als ich 19 war, hast du gesagt, ich dürfe ihn nicht wieder
sehen, „nicht jetzt, nie“. Sag
mir warum,
Vater. Angst,
ich würde
es erzählen?
Als ich schließlich den Mut hatte, die Stimme
zu erheben und Hilfe zu suchen, hast du die Ältesten im Komitee,
und damals auch Mutter, überzeugt, dass wir eine Affäre hatten;
aber Jahre später bezweifle ich das auch noch, weil ich dein Kind
war und du mein Vater. Ich war lang Zeit schockiert, als ich die
Worte Inzest, Missbrauch, Belästigung hörte, denn du hast mir
jahrelang gesagt, es sei eine Affäre, aber das war es nicht – du
warst mein Vater.
Seit ich 19 war, hatte ich den Mut, mich zu
melden, und innerhalb eines Monats hast du die ganze Familie 3000
Meilen weit in die USA gebracht, ich bin diese 3000 Meilen
zwei oder dreimal pro Jahr gereist, um meine Familie zu behalten
und eine Brücke zu dir zu bauen.
Weißt
du warum?
Weil sie
meine Familie
waren und du
mein Vater.
Als du immer noch verrückt geredet hast, habe
ich dich nicht aus meinem Leben ausgeschlossen, weil du mein Vater
warst. Du hast die Form verloren, als du herausgefunden hast, dass
ich meine Geschichte meinen Geschwistern, Männern, Freunden oder
Therapeuten erzählt habe, aber das ist meine Geschichte und
meine Art, damit fertig zu werden, aber du hättest mich
nicht kritisieren oder beschuldigen sollen, weil ich einen Weg
finden wollte, mit alledem fertig zu werden, weil du mein Vater
warst.
Du hast mich in schlimmster Weise enttäuscht,
du hast mit deinem verbalen, körperlichen, psychologischen,
geistigen, seelischen und sexuellen Missbrauch mein Versagen
vorbestimmt, und du warst mein Vater.
So stehe ich heute auf und sage:
„Mein Name ist W X X,
ich bin 35 Jahre alt und Inzestüberlebende. Es war nicht mein
Fehler. Ich habe nicht mitgemacht. Ich wurde manipuliert und
missbraucht und befummelt und
belästigt. Ich war verwirrt und verängstigt und verletzt. Ich war
voller Scham und Schuld und Schmerz.“
So sage ich es noch einmal:
„Mein Name ist W X X,
ich bin 35 Jahre alt und Inzestüberlebende. Es war nicht mein
Fehler. Ich trage keine Schuld. Ich habe nicht mitgemacht. Du hast
mich manipuliert, und du warst mein Vater. Du hast mich
missbraucht, und du warst mein Vater. Du hast mich befummelt, und
du warst mein Vater. Du hast mich belästigt, und du warst mein
Vater. Ich fühle keine Scham, ich fühle keine Schuld, und ich gebe
dir die Scham, die Schuld, das Schuldgefühl und den Schmerz
wieder.“
„Mein Name ist W X X,
ich bin 35 Jahre alt und Inzestüberlebende, und du kannst nicht
mehr in mein Bett kommen.“
„Mein Name ist W X X,
ich bin 35 Jahre alt und Inzestüberlebende, und du kannst nicht
mehr in meinen Kopf kommen.“
„Mein Name ist W X X,
ich bin 35 Jahre alt und Inzestüberlebende, und du kannst nicht
mehr in meinen Körper kommen.“
„Mein Name ist W X X,
ich bin 35 Jahre alt und Inzestüberlebende, und du kannst nicht
mehr in meinen Geist kommen.“
„Mein Name ist W X X,
ich bin 35 Jahre alt und Inzestüberlebende, und du kannst nicht
mehr in meine Energie kommen.“
„Mein Name ist W X X,
ich bin 35 Jahre alt und Inzestüberlebende, und du kannst nicht
mehr in meine Gefühle kommen.“
„Mein Name ist W X X,
ich bin 35 Jahre alt und Inzestüberlebende, und du kannst nicht
mehr meine Vergangenheit auslegen.“
„Mein Name ist W X X,
ich bin 35 Jahre alt und Inzestüberlebende und deine Tochter,
Vater. Du bist Lascelles L X
X, du bist 68 Jahre alt und ein Täter,
Missbraucher und Kinderschänder, ein toller und schrecklicher
Vater, aber du bist doch mein Vater.“
Übersetzung für Kids e.V.