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Missbrauch der Polizei melden

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Die Aufrichtigkeit und die grundsätzlich guten Eigenschaften einer schrecklichen Menge an Zeugen Jehovas wird aufgrund eines groben Fehlers ihrer Kirchenältesten auf unfaire Weise in Frage gestellt. 

Der kanadische Zweig erkennt zwar an, dass Kirchenunterlagen Beschuldigungen enthalten, dass Mitglieder Kinder belästigen, aber er widersteht einer Aufforderung ehemaliger Zeugen, die Namen zu veröffentlichen und eine Untersuchung durch die Polizei zu ermöglichen. 

Clive Thomas, Sprecher der Watch Tower Bible and Tract Society of Canada Ltd., der leitenden Körperschaft der Kirche, sagt, Jugendbehörden würden benachrichtig, wenn ein Missbrauchsverdacht vorliegt. Es liege bei den Behörden, die Polizei zu benachrichtigen, wenn sie meinen, das sei nötig, sagte er. 

Diese Behörden müssen tatsächlich automatisch die Polizei einschalten, wenn eine Beschuldigung wegen sexuellen Kindesmissbrauchs vorliegt. Doch das befreit seine oder eine andere Kirche nicht davon, die Polizei zu benachrichtigen, sobald solche Beschuldigungen auftauchen. 

Thomas sagt, Jugendbehörden würden benachrichtig, weil das Gesetz das fordere, aber die Kirche selbst sei gesetzlich nicht verpflichtet, die Namen bekannter oder verdächtigter Täter der Polizei zu melden. Für eine Religion, die sich so sehr auf den Gehorsam gegenüber den Gesetzen Gottes anstatt der von Menschen konzentriert, ist das eine recht raffinierte juristische Haarspalterei. 

Selbst wenn in den staatlichen Gesetzen oder in der Bibel nicht allen ausdrücklich geboten wird, mutmaßlichen sexuellen Missbrauch von Kindern bei der Polizei zu melden, ist das doch ein offensichtliches moralisches Erfordernis wie kaum ein anderes. Das muss nicht erst irgendwo stehen. 

Taten wie sexueller Missbrauch werden von Räten von Kirchenältesten intern behandelt, die entscheiden, was getan werden sollte. Das kann auch religiöse Auswirkungen haben. Aber das genügt nicht. Alle Menschen guten Willens haben die moralische Verpflichtung, solche Beschuldigungen bei der Polizei zu melden, so dass jedes schädigende Verhalten beendet werden kann. 

Jehovas Zeugen haben daran ein besonderes Interesse, da die Möglichkeit besteht, dass ihre eigenen Kinder in größter Gefahr schweben. Doch die Gemeinschaft als Ganze hat ein legitimes Interesse, weil über den Schutz der Zeugenkinder hinaus - bereits mehr als genügender Grund für allgemeine Besorgnis und Betroffenheit - jedes Kind in jeder Glaubensgemeinschaft in Gefahr schwebt, wenn ein Sexualtäter frei herumläuft. 

Silentlambs, eine Gruppe von Exzeugen und Missbrauchsüberlebenden in den USA, sagt, die internationale Zentrale der Kirche in New York City habe Akten über fast 24.000 bekannte Kinderschänder. Selbst wenn die tatsächliche Zahl in den USA und in Kanada nur ein Bruchteil davon wäre, sollten die Namen sofort den Ermittlern übergeben werden, um sicherzustellen, dass kein Missbrauch mehr weitergeht oder noch zunimmt. 

Als Teil ihrer Glaubenslehren evangelisieren die Zeugen von Haus zu Haus. Ein solcher Skandal und eine solche Heuchelei seitens der Kirchenführer wird es viel schwerer machen, die Leute auch nur dazu zu bekommen, der Botschaft zuzuhören, geschweige denn sie zu bekehren. 

Wenn das Kindeswohl nicht genug ist, muss die Kirche ihre Haltung ändern, wenn die Mitglieder hoffen, so wirkungsvoll zu sein, wie sie können, um die Seelen anderer und damit ihre eigene zu retten. 

Damit muss jeder anerkennen, dass die überwältigende Mehrheit der Zeugen gute Menschen sind, fromm in ihrem Glauben und gute Eltern und Nachbarn. Niemand sollte dieses Versagen der Führer als Freibrief benutzen, die einfachen Mitglieder zu beschimpfen, die aufrichtig ihrem Gewissen folgen.

Übersetzung für Kids e.V. Leverkusen

 

Update: 

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