Magdeburg. Mit schweren Schlägen und einer Vielzahl von Messerstichen soll ein 29-jällriger Magdeburger im Januar dieses Jahres seinen leiblichen Vater ums Leben gebracht haben. In den Verhandlungssaal der Schwurgerichtskammer, des Magdeburger Landgerichts wurde der beschuldigte Hanno G. (29.) gestern, zu Prozessbeginn aus dem Landeskrankenhaus Uchtspringe zugeführt. Der gelernte Tischler leide' unter eine paranoiden Schizophrenie und wird voraussichtlich in einer, psychiatrischen Anstalt: untergebracht. Zuvor jedoch muss das blutige Familiendrama vor Gericht behandelt und geprüft werden, ob der Angeklagte schuldfähig ist.
Aus der Anklageschrift geht hervor, dass der Beschuldigte am Abend des 16. Januar seinen Vater besuchte, und mit ihm in Streit geriet; Ausgangspunkt für wütende Worte und die späteren brutalen Tätlichkeiten des Sohnes war die auf dem elterlichen Tisch liegende Zeitschrift einer christlichen Sekte, deren Mitglied der Vater war. Der zu, Tatzeit unter schweren seelischen Störungen leidende Hanno G. , so der Vertreter der Staatsanwaltschaft, hatte offensichtlich Angst, dass der Vater mit seinen religiösen Anschauungen seine eigene kleine Tochter beeinflußt und unter Druck setzt. Das wollte er verhindern.
Der Getötete, so der Staatsanwalt, soll zu Hause ein streng gläubiges Regime geführt haben, dem sich seine Ehefrau und vier Kinder bedingungslos unterzuordnen hatten. Bei Widerspruch auch in Sachen Religion setzte es Schläge, und Prügel mit dem Rohrstock.
Der Prozess wegen Totschlages wird heute fortgesetzt. Das Gericht hat zum Beweis, dass Hanno G. ohne Mörder zu sein zwölf Zeugen und zwei Sachverständige geladen.