Home Presse Sonstiges Gästebuch Wir Kontakt

 

 

 

Pädophilie in der Organisation

zurück

Dieser Beitrag ist von einem Bruder in einem Diskussionsforum der Zeugen Jehovas:

Die Sicherheit der Kinder sollte an erster Stelle stehen. Älteste werden angewiesen, wenn sie von mutmaßlichem Kindesmissbrauch hören, sich mit der Rechtsabteilung der Gesellschaft in Verbindung zu setzen. Es tut mir leid, aber das zeigt mir deutlich, wo die Prioritäten liegen. 

Unseren Brüdern und Schwestern in Malawi wurden ihre Unternehmen geraubt, sie wurden aus den Häusern geholt, vergewaltigt, gefoltert und ermordet, weil sie in dem Einparteienstaat keine Parteimitgliedskarte kauften. Nun lassen wir dreckige alte Männer unsere Kinder befummeln und verletzen, weil wir Angst haben, verklagt zu werden? Was um alles in der Welt hat die Rechtsabteilung mit unseren Kindern zu tun? Die Rechtsabteilung sollte es nur deshalb geben, um sich um die rechtlichen Angelegenheiten der Körperschaften zu kümmern, die die Gesellschaft für die Verbreitung unserer Literatur benutzt. Anwälte haben sich nicht darum zu kümmern, mit Ältesten über unsere Kinder zu reden. 

Wir opfern unsere Kinder auf dem Altar des Schutzes unseres Images, das wir der Außenwelt zukehren. Darauf läuft alles hinaus: auf unser Bild in der Öffentlichkeit. Wenn wir wirklich das sind, was zu sein wir behaupten, dann soll sie uns so sehen, wie wir wirklich sind. Wir sind nicht vollkommen. Wir machen Fehler; manchmal schreckliche. Glauben wir etwa auch nur für einen Augenblick, wenn wir unsere Fehler vertuschen, dann werden andere annehmen, wir seien ohne Fehler? Wie eingebildet und albern und kindisch! 

Eines unserer Kinder wird sexuell belästigt und der Täter ist aufgrund einer bloßen Politik frei, die sich, wie ich euch versichere, bei Gelegenheit ändern wird - und das alles, um dass zu schützen, was wir als unseren Ruf in der Welt bemerken? Da habe ich eine sehr ernüchternde Neuigkeit: Die Welt hasst uns sowieso und denkt gering von uns. Je mehr wir vorgeben, wir seien besser als sie, und je mehr wir uns abkapseln, um so mehr machen wir uns bei ihnen verdächtig und um so mehr misstrauen und hassen sie uns. Wenn man im Recht ist, was sollte es einen da angehen, wie die Welt von einem denkt? 

Wann werden wir erkennen, dass die Welt unsere Fehler und Unvollkommenheiten sehr genau sieht? Sie weiß, was los ist, weil nicht einer von uns keinen Kontakt mit der Welt hat. Die Leute wissen, dass wir nicht vollkommen sind, und sie schütteln mit dem Kopf, wenn sie uns beobachten, wie wir uns darangeben und versuchen, sie zum Narren zu halten und sie glauben machen, wir seien besser als sie. Und doch halten wir uns die ganze Zeit nur selbst zum Narren. 

Man sagt, man kann sich nicht selbst erhöhen, indem man andere klein macht. Wir können nicht behaupten, rein zu sein, weil wir ja alle hinauswerfen, die unsere Fehler auf uns herabrufen. Wenn man den Boten umbringt, bleibt die schlechte Nachricht doch. Unseren Kopf in den Sand zu stecken und so zu tun, als gäbe es das Problem nicht, wird unsere kleinen Kinder nicht schützen. 

Ich höre viele reden, man müsse auf Jehova warten. Wenn du mitten in der Nacht aufwachst und dein Kind hat Fieber, wartest du dann auf Jehova oder fährst du nicht direkt in die Notaufnahme des nächsten Krankenhauses? Wenn man dir für einen Dienst oder eine Ware zuviel berechnet, nimmst du das als Verfolgung an oder unternimmst du nicht schnellstmöglich etwas, weil es ja um dein hart verdientes Geld geht? Warum soll das anders sein, wenn es unsere Kinder betrifft? Prediger 3:7,8 erklärt uns, dass es "eine Zeit gibt zu schweigen, und eine zu reden; eine Zeit zu lieben, und eine zu hassen; eine Zeit für den Krieg und eine für den Frieden." Einige von unseren Brüdern und Schwestern glauben, dass es an der Zeit ist, zu reden. Wir können sie hinauswerfen und sie beschimpfen, aber das kommt nur später wieder und fällt auf uns zurück - zu unserer Schande, wenn wir so handeln. 

Ich möchte nicht in einer Versammlung sein, wo sich alle auf die Seite desjenigen stellen, der die junge Schwester sexuell belästigt hat, nur um herauszufinden, dass der Mann voller Sünden steckt. Wozu werden diejenigen, die die Schwester alleine ließen und sich auf die Seite des Sünders stellten? Wie wird Jehova wohl diejenigen ansehen, die ihr eigen Fleisch und Blut für den Sünder alleine ließen? Auf welcher Seite des Gerichtssaales hätte wohl Jesus gesessen? Auf welche Seite hättest DU dich gesetzt? Das ist ein ernüchternder Gedanke, nicht wahr?

Übersetzung für Kids e.V., Leverkusen 

 

Update: 

©  2002 Kids e.V.