Heute hatte ich einen interessanten Tag. Am frühen Nachmittag hat mir eine Schwester eine E-Mail geschickt und mich zurechtgewiesen, weil ich behauptet hätte, ich hätte keinen Gemeinschaftsentzug. Sie schrieb, sie habe soeben mit der Dienstabteilung in Oregon gesprochen und man habe ihr versichert, dass ich ganz eindeutig ausgeschlossen sei. Man hat ihr auch gesagt, allen Informationen auf der Website könne man nicht trauen, da sie von einem Ausgeschlossenen kämen, nämlich von mir. Als sie fragte, ob ich wegen der Informationen auf der Website ausgeschlossen sei, wurde ihr gesagt, das sei nicht wegen der Website, sondern wegen anderer "Probleme" in meinem Verhalten, die später kamen. Er hat weiter gesagt, ich hätte einen Rachefeldzug gegen die Gesellschaft und würde viel Streit unter den Brüdern erregen, was ein weiterer Grund für meinen Gemeinschaftsentzug sei.
Nach Erhalt der E-Mail und sorgfältiger Betrachtung ihres Inhaltes begann ich, die Ereignisse des vergangenen Jahres noch einmal an mir vorüberziehen zu lassen. Ich saß nie vor einem Rechtskomitee, und man hat mich auch nicht beschuldigt, ein Gesetz in der Organisation verletzt zu haben. Nüchtern betrachtet werde ich nicht mehr "gemieden", wenn Brüder und Schwestern meiner Ortsversammlung mich in der Öffentlichkeit sehen; sie "laufen" vielmehr in die entgegengesetzte Richtung, wenn sie mich ankommen sehen. So geben sie mir keine Gelegenheit, sie zu grüßen. Nachdem ich also darüber nachgedacht hatte, dass ein Mitbruder gegenüber einer Schwester abschätzige Bemerkungen über meine Stellung in der Organisation gemacht hatte, hatte ich nur eine Möglichkeit. Ich musste auf Matthäus 18 zurückgreifen und versuchen, meinen Bruder noch einmal zu erreichen. Also rief ich die Dienstabteilung in Oregon an.
Nachdem die Verbindung hergestellt war, hörte ich eine männliche Stimme am Telefon, die sich als Dienstabteilung in Oregon auswies. Ich stellte mich als Bill Bowen vor, worauf er sagte, er wüsste nicht, wer ich sei. Dann sagte ich: "Eine Schwester hat mir gerade eine E-Mail geschickt, in der es hieß, die Dienstabteilung in Oregon habe ihr gesagt, ich sei ausgeschlossen. Stimmt das?" Nachdem er noch kurz weiter versuchte, vorzugeben, er wüsste nicht, wer ich sei, fuhr ich fort: "Ich bin der Gründer der Organisation Silentlambs, du weißt schon, derjenige, der für Zeugen Jehovas seine Stimme erhebt, die missbraucht wurden." An diesem Punkt sagte er, er wisse, was Silentlambs sei. Also habe ich ihn noch einmal gefragt: "Bin ich ausgeschlossen?" Er sagte: "Ich sage, Bill Bowen ist ausgeschlossen." Ich sagte: "Meinst du MICH?" Er sagte: "Ich weiß nicht, wer du bist."
"Ich bin Bill Bowen von Silentlambs. Willst du mir sagen, ich, Bill Bowen, sei ausgeschlossen?" Er erwiderte: "Bill Bowen ist ausgeschlossen." Ich antwortete: "Du sagst also, ich bin ausgeschlossen? Wenn das so ist, warum hat man mich dann nie über irgendwelche Anschuldigungen informiert oder mir die Gelegenheit gegeben, vor einem Rechtskomitee zu antworten?" Er sagte: "Ich sage nicht, dass du ausgeschlossen bist, ich sage nur, Bill Bowen ist ausgeschlossen."
"Ich bin Bill Bowen, ich habe die Website silentlambs. Hast du Brüdern und Schwestern gesagt, dass Bill Bowen von der Silentlambs-Website ausgeschlossen ist?" (Langes Schweigen) Er sagte: "Vielleicht habe ich da einen Fehler gemacht. Lass mich das einmal nachprüfen. (Langes Schweigen) Ja, das war ein Fehler, da der Anruf aus Oregon kam, und da dachte ich, du seist ein Bill Bowen aus Oregon, der ausgeschlossen ist. Ich entschuldige mich für den Fehler."
"Ich bin also nicht ausgeschlossen?" Er sagte: "Richtig, du bist nicht ausgeschlossen."
"Nun, ich danke dir, dass du das für mich geklärt hast. Ich würde mich freuen, wenn in Zukunft jemand anruft, dass du dann genau diesen Unterschied machst." Worauf er sagte: "Ich sehe keinen Sinn in einem weiteren Gespräch."
Ich war in der Lage, ihn noch zu ein paar Bemerkungen zu dem Wachtturm von 1997 und zu dem Brief an alle Ältestenschaften von 1997 zu bewegen, wobei er mir, gelinde gesagt, einige merkwürdige Begründungen gab. Um die Sache abzukürzen: Auf meine abschließenden Bemerkungen über das Problem, wie die Wachtturm-Politik Kindern Schaden zufügt, wiederholte er etwa fünf Mal: "Unser Gespräch ist beendet.". Als das Gespräch vorbei war, hatte ich nicht das Empfinden eines "geistigen Paradieses", sondern wenigstens: Ich "habe meinen Bruder gewonnen".
Ihr mögt dies also an alle Brüdern und Schwestern weitergeben, die behaupten, sie hätten die Gesellschaft angerufen und seien in Kenntnis gesetzt worden, ich sei ausgeschlossen. Leider ist das eine weitere Wachtturm-Lüge, um alle in der Organisation zu diskreditieren und sie daran zu hindern, die Wahrheit zu sehen, wie die Wachtturm-Politik das
"Pädophilenparadies" billigt, das sie unterstützen muss.
Was den 24.04.2002 angeht, ich stehe immer noch. Ich bleibe ein Zeuge Jehovas in gutem Ansehen, der öffentlich verurteilt, was die leitende Körperschaft zugelassen hat und weiter zulässt: was an unschuldigen Kindern und Missbrauchsopfern geschieht. Für alle, die es angeht, verbleibe ich