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Demontage in Salamitaktik

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Demontage in Salamitaktik - scheibchenweise?

Das Jahr 1914 n. Chr. Ist für Jehovas Zeugen (ZJ) und für ihre Organisation, die Wachtturm-Gesellschaft (WTG), schon seit ihrer Gründung durch ihren ersten Präsidenten, Charles T. Russell, vor über 100 Jahren stets ein bedeutungsvolles Jahr gewesen, verbunden mit Erwartungen, Voraussagen, ja mit biblisch begründeter Prophetie verknüpft. Diese Wichtigkeit hat das Jahr für JZ - damals noch "Ernste Bibelforscher" genannt - bis heute behalten, wie das auf der diesjährigen Kongreßserie freigegebene Taschenbuch "Die Prophezeiung Daniels - Achte darauf" erneut dokumentiert. Das Buch ist ein aktualisierter und bebilderter "Abklatsch" des von der WTG 1960 in deutsch herausgegebenen Buches "Dein Wille geschehe auf Erden", verbunden mit einigen Neudeutungen. Das Jahr 1914 n. Chr. Wird darin nach wie vor betont (z. B. in Kapitel 6)

Wenn man allerdings mit JZ spricht, wird der Eindruck vermittelt, als ob die WTG schon Ende des 19. Jahrhunderts in Verbindung mit dem Jahr 1914 n. Chr. nur auf den Beginn einer Drangsalszeit, auf den Anfang von "Bedrängniswehen" und damit auf den Beginn der so genannten "Zeit des Endes" für diese Weltordnung hingewiesen habe. Tatsache ist, dass man für 1914 n. Chr. ganz andere Dinge erwartet und fest angekündigt hatte, nämlich das Ende der Nationenherrschaft und der Drangsalszeit, die Entrückung der von Christus Auserwählten, das Ende des "Erntezeitalters", die Auferstehung der treuen vorchristlichen Diener Gottes, den Beginn des Milleniums. (Siehe Schriftstudien Ausg. 1926, Bd. 2, S. 7 Abs. 3, S. 97 Abs. 1, S. 355 Abs. 1, Bd. 3, S. 123 Abs. 1, das Buch "Jehovas Zeugen - Verkündiger... S. 62 und S. 138). Nichts von all dem Erwarteten und Angekündigten, fest Prophezeiten traf ein! So änderte man einfach die Auslegung, indem man sagte, man habe lediglich zum richtigen Zeitpunkt etwas falsches erwartet, änderte die Bedeutung der Dinge, die zu erwarten waren, hielt aber an dem Jahr 1914 n. Chr. als biblisch markantem Jahr fest. Das geschah und geschieht bis heute, und zwar in einer so rigiden Weise, dass einzelne Zeugen, die Zweifel an der begründeten Ermittlung und Berechnung dieses Datums (Jahres) hegen - es gründet sich auf die historisch falsche Annahme, Jerusalem sei 607 v. Chr. durch die Babylonier zerstört worden - und die diese Zweifel äußern, mit dem Gemeinschaftsentzug rechnen müssen.

Zeitprophezeiungen - warum?

Es stellt sich bei solchen Überlegungen die Frage, warum die WTG trotz wiederholter Falschvoraussagen (Beispiele für 1914, 1925 und 1975) immer noch an Zeitprophezeiungen festhält, seien diese nun auf ein bestimmtes Jahr ausgerichtet oder auf eine Nah-, ja Nächsterwartung.

Die Antwort gab schon Charles T. Russell im 2. Band der Schriftstudien, S. 357:

Denn eine allgemeine Erfahrung ist diese: Wenn der erste Lichtstrahl von Gottes gnädigem Plan ... die Herzen erfüllt und den Eifer der gläubigen Kinder aufs äußerste angespornt hat, und sie finden, dass ihre Bemühungen, andere zu erleuchten, kühl aufgenommen werden, ... dass sie dann geneigt sind, sich ... auszuruhen und das zu vermeiden, was Schmach und Widerspruch hervorruft, nämlich das tatkräftige Bekenntnis ablegen vor den Menschen in der Ausbreitung der Wahrheit.

Diese unsere natürliche Schwachheit kennend, hat uns der Herr mit Zeitprophezeiungen als einen Ansporn versehen, um uns völlig zu erwecken, zu beleben und in seinem Dienste tätig zu erhalten.

In einfachen Worten: Zeitprophezeihungen eignen sich gut als Antriebsmittel! Und wer über die Fehlprognosen der WTG Enttäuschung zeigt, steht noch in Gefahr, als Egoist angesehen zu werden, der nur auf seine eigene Rettung bedacht sei, nicht schnell genug ins Paradies komme, aber nicht den Dienst für Gott an erste Stelle setze. (WT 15.7.1999, S. 18, Abs. 8-9).

Inzwischen kann die WTG fortfahren, ohne Begründung oder Entschuldigung Auslegungen zu ändern oder fallen zu lassen, wie sie es für gerade richtig hält. Kritik wird ja höchstens hinter vorgehaltener Hand geäußert.

Beispiele der Auslegungspraxis

Hier nur zwei Beispiele solcher Auslegungspraxis und Interpretation:

In Daniel 8,14 wird von 2300 Abenden und Morgen gesprochen. In dem von der WTG herausgegebenen Buch "Dein Wille geschehe auf Erden" , S. 214 Abs. 44 bis S. 216 Abs.48 wurde diese Zeitangabe auf den Zeitraum von Mai 1926 bis Oktober 1932 gedeutet.

In dem 1999 veröffentlichten `Nachfolgebuch` "Die Prophezeiung Daniels - Achte darauf?" wird die gleiche prophetische Zeitspanne auf die Zeit vom Juni 1938 bis Oktober1944 angewandt. (S. 177/178 Abs. 25-28). Der Endpunkt der Zeitspanne wurde jetzt gekennzeichnet durch eine Satzungsänderung der WTG. Man stelle sich vor: Gott sendet einen Boten, um prophetische eine Satzungsänderung der WTG anzukündigen! Der Leser urteile selbst, ob hier noch von seriöser Bibelauslegung gesprochen werden kann.

  • In Nehemia 2,1 wird vom 20. Jahr der Herrschaft des Königs Artaxerxes gesprochen. Die WTG setzt dieses Jahr mit dem Jahr 455 v. Chr. gleich, wie das aus dem 11. Kapitel des neuen Buches "Die Prophezeiungen Daniels - Achte darauf!" hervorgeht, weil sie von diesem Jahr aus die Dauer der in Daniel 9 erwähnten 70 Jahrwüchsen berechnet.

    Der Verfasser ist uns Bekannt KIDS e.V.

 

Update: 

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