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Geschichte über einen Blutfrage

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Mein Name ist Jason Patrick und ich war den größten Teil meines Lebens ein Zeuge Jehovas. Diese Geschichte, die sie jetzt lesen werden, ist wahr und ich berichte es so, daß die Welt sich an Angelique und Simone erinnern wird und in der Hoffnung, daß diese Geschichte helfen möge, Leben zu retten.

Ich kannte Angeliques Vater, Sam Perrota, seit  meiner Kindheit. Als wir 16 waren widmeten wir unser Leben  Jehova Gott und wurden als Zeugen Jehovas getauft. Im Alter von 20 Jahren, lernte Sam, Simone auf einem Kongreß der Zeugen Jehovas kennen. Simone war ein sehr attraktives junges Mädchen. Sie war sehr intelligent und humorvoll. Es war unmöglich, daß Sam sie wieder aus seinem Leben ließ. Zwei Jahre später heirateten sie und ich war bester Mann bei ihrer Hochzeit. Alles verlief großartig für Sam und Simone. Sie machten eine Anzahlung für ein  Haus, hatten ein schönes Auto, beide arbeiteten ganztägig, und erwarteten die Ankunft ihres ersten Kindes.

Am 13.  August 1993 wurde Angelique Perrota  geboren, sie war ein schönes Baby, wie ein kleiner Engel. Die Zeit verging und Angelique wurde als ein Zeuge Jehovas erzogen, genau so, wie Sam geformt wurde seit Geburt. Alle hatten sie lieb,  die Leute in der Versammlung, ihre Verwandten, ich auch und  besonders ihre Eltern, Sam und Simone.

Am 16. August 1996, eine Tragödie schlug zu, so schlimm wie man sie sich nur vorstellen kann.

Simone fuhr auf einem sehr befahrenen Highway nördlich von Auckland mit Angelique im Auto. Ein Raser mit einem Volkswagen schmetterte in den Rücken ihres Wagens. Simone war verletzt aber O.K., Angelique war bei Bewußtsein , aber verlor eine Menge Blut.

Der Notarzt traf sehr schnell ein und dann ging es schnellstens zum Krankenhaus. Die Ärzte benachrichtigten Verwandte, welche wiederum Sam und einen Ältesten benachrichtigten.  Bis Sam im Krankenhaus  ankam, war Angelique in ernstem aber hoffnungsvollem Zustand. Der Arzt sprach über eine einfache Bluttransfusion, weil sie so viel Blut verlor. Sam betete mit den Ältesten, er war in einer schrecklichen Lage. Da war nicht viel Zeit, die Ärzte benötigten Sams Unterschrift für eine Bluttransfusion, welche ohne Zweifel ihr Leben retten würde. Da war auch keine Zeit um im Wachturm zu lesen oder in der Blutbroschüre zu forschen. Sam hatte weniger als eine Stunde, um das Formular zu unterschreiben, welches den Ärzten erlauben würde, eine Bluttransfusion  zu erlauben. Sam weinte und betete laut zu Jehova.

Was für eine schwere Entscheidung er fällen mußte. Unglücklicherweise  war die Entscheidung für ihn bereits getroffen. Mit den anwesenden Ältesten, war das Ergebnis schon vorherbestimmt. Sams Ehefrau  Simone, erholte sich in einem anderen Zimmer, aber wußte nicht was vor sich ging.

Die kleine Angelique lag hilflos da. Ihr unschuldiges Leben ging zu Ende . So grundlos und  wie wir später lernten, unnötig! Ein Arzt plädierte mit Sam: "Bitte lassen sie uns ihr Leben retten, sie können mit ihrem Gott nachher abrechnen. Bitte Sam, bitte!" Aber die Ärzte die Sam kannten respektierten seinen Glauben. Ich glaube, wenn der Älteste nicht dagewesen wäre, hätte Sam die Bluttransfusion für seine geliebte Tochter erlaubt . Alles was Sam tun konnte, war weinen und beten. Alles ging so schnell vor sich. Sam hatte noch Frühstück mit seiner Tochter an diesem morgen, und küßte sie zum Abschied bevor er zur Arbeit ging. Um 4:35 am 16. August 1996-Angelique starb im Alter von 3 Jahren an schwerem Blutverlust. Ärzte sagten später zu Zeitungsreportern: "Eine einfache Bluttransfusion hätte ihr Leben gerettet." Später in dieser Nacht rief mich ein Bruder an und unterrichtete mich von der schrecklichen Tragödie.

Ich war sprachlos und weinte wie ein kleiner Junge. Ich ging zum Krankenhaus, aber Sam und Simone wollten allein sein. Ich konnte es verstehen, sein Leben, sein Glück, sein junges Mädchen Angelique war tot. Als ich Sam am nächsten Tag sah, wußte ich nicht was ich sagen sollte, niemand wußte es, außer daß sie sagten er hätte  die richtige Entscheidung getroffen.

Die Beerdigung, an der über 450  Menschen teilnahmen war 4 Tage später . Es ist sehr schmerzhaft, einen Sarg mit einem kleinen Kind zu sehen, dessen Tod dazu noch unnötig war. Ich kann mich nicht an einen traurigeren Tag, in meinem Leben erinnern.

Die Tränen flossen bei den Zeugen an diesem Tag, und hätten ausgereicht, um einen großes Schwimmbad zu füllen. Der Älteste, welcher eine Rede hielt, betonte immer  und immer wieder, wir würden die junge Angelique sehr bald wiedersehen hier im Paradiese auf Erden. Die Wochen vergingen, aber weder  Simone noch Sam konnten sich  selbst von Schuld freisprechen. Simone nahm es sehr, sehr mit.

Sie gab sich selbst die Schuld, dachte,  mußte ich Angelique auch im Auto mitnehmen? Die Traurigkeit war unbeschreiblich.  Beide konnten wochenlang weder  essen, schlafen noch arbeiten. Jedermann in der Versammlung versuchte zu helfen, mit Lebensmitteln und Geld usw.

Gebete wurden gesprochen auf der Bühne und auch immer eine Bitte verbunden, Sam und Simone zu helfen in ihrer schweren Zeit. Drei Monate vergingen, Sam und Simone waren nur 3 mal in der Versammlung. Es war, als ob Sam seinen Glauben verloren hätte. Er konnte einfach nicht verstehen, daß dieser Gott so etwas erlaubt hatte. Was hatte er je getan? Während dieser Monate, beobachtete ich, wie mein bester Freund sich vollständig wandelte.5 Monate nach dieser Tragödie fing Sam an wieder zu Versammlungen zurück zu gehen.

Er war entschlossen mehr über die Blutfrage zu lernen, für die seine einzige Tochter starb.

Er traf sich mit anderen Eltern von Neuseeland, deren Kinder auch gestorben waren, weil sie eine Bluttransfusion ablehnten. Sams angestrengte Forschungen führte ihn zu Fragen, vielen Fragen. Sam vertraute sich mir an, denn  ich war ein Dienstamtgehilfe und vollständig vertraut mit der J. Z. Lehre und der Bibel.

Ganz dreist sagte er zu mir: " Jason, ich glaube wir sollten in der Lage sein, Blutübertragungen anzunehmen". Ich war verblüfft über diesen Ausspruch. Ich kannte diesen Mann seit meiner Kindheit, aber nie bezweifelten wir Fragen über die "Wahrheit".

Ich wußte nicht was ich sagen sollte, wegen seinen Nachforschungen. Er hörte sich verbittert an.

Ich versuchte Sam zu beruhigen, und aus Respekt für ihn überflog ich die Informationen welche er gesammelt hatte. Ich dachte, wer war er schon, um sich gegen  Gottes Wort  und den "treuen und verständigen Sklaven" aufzulehnen? Ich sagte ihm, was ich wußte über die Blutfrage ( hauptsächlich  Leviticus 17:10-14) aber er erschütterte mich mit seinen Informationen. Ganz sicherlich hatte er seine Nachforschungen über die Blutfrage sehr  gründlich durchgeführt. Ich sagte ihm, vielleicht wäre es besser, wenn er darüber mit den Ältesten sprechen würde, was er auch tat. In der Tat ging er noch weiter und sprach zu den Mitgliedern des Krankenhaus - Verbindungs - Komitees. Sie hatten Verständnis für Sams Fall und konnten verstehen, daß Sam über den Tod seiner Tochter aufgebracht war. Sie sagten ihm er solle an seinem Glauben festhalten, und er werde Angelique bald wiedersehen in dem Neuen System. Sam erzählte mir, daß die Mitglieder des Krankenhaus - Verbindungs - Komitees nicht eine Silbe von dem gelesen hatten, was er geschrieben hatte und weitere Nachforschungen wären schädlich für seinen Glauben. Deswegen haben wir den "treuen und verständigen Sklaven". In dieser Zeit erhielt  Sam 2 Bücher, geschrieben von Raymond Franz. Er behielte sie einen  Monat dann las er hauptsächlich das Kapital 9 von: "Auf der Suche nach christlicher Freiheit".  Nachdem er es gelesen hatte gab er mir das Buch und als sein bester Freund bat er mich, es zu lesen.

Ich war entsetzt. Laut Wachturm Gesetz war ich verpflichtet Sam anzuzeigen, aber es war mir unmöglich, ich konnte das meinem besten Freund nicht antun. Sam sprach mit Kreisaufsehern, Ältesten, Gliedern des Krankenhaus- Verbindungs- Komitees und zu Leuten in der Versammlung über die Informationen welche er erhalten hatte.

Sams Ehefrau Simone wünschte er würde das Thema belassen, ihre Ehe litt darunter. Sam war wie besessen vor Wut, denn jetzt wußte er, daß  seine hübsche Tochter nicht hätte sterben müssen.

Er war wütend, und gab die Schuld  wegen Angeliques  Tod den "Organisations Anweisungen " der  W-T.- Gesellschaft,  welche keine biblische Grundlage hatte. Eines Abends wurde Sam zu einem Gespräch mit den Versammlungs- Ältesten  eingeladen.

Sie erläuterten ihm, daß er abtrünnige Tendenzen zeigen würde (jemand zeigte ihn an, daß er das Buch  "Gewissenskonflikt" gelesen hätte) und das sie Milde mit ihm wären wegen des tragischen Todes seiner Tochter. Sie sagten, sie würden es nicht mehr erlauben noch mehr von Sams Informationen über die biblische Blutfrage zu hören. Ende der Geschichte! Sie wollten nicht mehr diskutieren über diese Sache mit  Sam, und erklärten, daß das Enthalten von Blut eine biblische Lehre sei. Einer von den Ältesten ging so sogar so weit und sagte: "Wenn es allein auf mich angekommen wäre, hätte ich dich schon vor Monaten exkommuniziert, mit deinen unnötigen Nachforschungen.

Sam war entsetzt und kam sofort zu mir und erzählte mir alles. Nach diesem Kommentar vor diesem Ältesten, war Sam  mit den Zeugen Jehovas fertig. Das war der letzte Strohalm, der des Kamels Rückrat brach (ein englischer Ausspruch).

Ich meine Sam war kein Abtrünniger, er forschte nur nach Informationen, weil seine einzige Tochter starb wegen einer Lehre von welcher ein Durchschnitts- Zeuge kaum etwas weiß.

Die schlucken alles, was die Wachturm Gesellschaft lehrt, und haben eine schreckliche Angst, daß ihnen die Gemeinschaft entzogen wird und sie für immer verloren wären, sollten sie eine Transfusion annehmen, selbst um ihr oder ihres Kindes Leben zu retten.

Ferner sind sie so geschult, daß sie glauben, sie würden wahrscheinlich sterben an AIDS, oder  Hepatitis, wenn sie eine Blut- Transfusion annehmen würden. Unglücklicherweise konnte Sam die Informationen nicht für sich behalten. Er fand heraus, daß ein älterer Zeuge  im Krankenhaus lag und  möglicherweise auch eine Bluttransfusion benötigte.

So ging Sam zu ihm ins Krankenhaus und teilte mit ihm die Informationen welche er herausgefunden hatte. Er hatte Mitleid mit dem älteren Bruder und wollte nicht, daß ihm dasselbe geschehen würde, wie seiner Tochter. Zwei Wochen später als die Ältesten es herausfanden wurde Sam durch ein  gerichtliches Komitee ausgeschlossen wegen Abtrünnigkeit. Ein Schock ging durch die ganze Versammlung.

Ich war vollkommen durcheinander darüber. Sams Ehefrau, Simone, war ein absolutes Wrack. Selbst wenn es mir nicht erlaubt war mit ihm zu sprechen, hatte er ein Zimmer bei mir. Ich meine, er war mein bester Freund für 18 Jahre, was sollte ich denn tun?

Die Ältesten hörten ein Gerücht über das, was geschah und fragten mich deswegen aus. Sie lasen mir ein paar Bibelstellen bezüglich des  Gemeinschaftsentzuges und gaben mir noch mal eine Chance mich von Sam zu trennen oder mir würde das gleiche wieder fahren. Sie wiederholten es dauernd und sagten, daß  der Gemeinschaftsentzug zu seinem eigenen Vorteil war, und drängten mich für Sam zu beten um ihm das Licht zu zeigen und zu versuchen ihn wieder in die "Wahrheit" zurück zu führen. Simone war vollständig bestürzt über diese neue Entwicklung. Innerhalb eines Jahres ging alles was sie hatte verloren, eine glückliche Familie, ein Ehemann der sie sehr liebte und eine hübsche junge Tochter, welche alle Jehova in der Wahrheit dienten.

Nicht nur, daß sie ihre Tochter allein verlor, sondern auch noch ihren Mann als Abtrünnigen. Sie mußte Medikamente zu sich nehmen und war schwer krank. In all diesen Jahren, in welchen ich Simone kannte, war sie eine  glückliche tatkräftige, aus sich herausgehende Frau mit  einer großen Persönlichkeit Innerhalb eines Jahres hatte sich das alles geändert. Am 27. Juli fand Sam Simone tot auf dem Küchenboden liegen. Sie nahm eine Überdosis von Medizin. Wie unglaublich traurig.

Ich weine gerade als ich das schreibe. Sie waren eine glückliche junge Familie, hatten ihr ganzes Leben noch vor sich. Nur noch Sam ist da, gebrandmarkt als ein Abtrünniger, ein Verräter, ein Agent des Teufels. Kaum ein Zeuge sprach zu ihm auf Simones Beerdigung. Jetzt in der Zwischenzeit zogen Sam und ich nach Nord Sydney, Australien. Ich legte mein Amt als Dienstamtgehilfe nieder, nachdem ich zuschauen mußte wie das Leben meines besten Freundes sich in nichts auflöste. Ich weiß, daß sie mich exkommunizieren können, weil ich bei ihm bin. In der Tat habe ich keine Zweifel, daß, wenn die Ältesten der Versammlung dies lesen,  sie das auch tun werden.

Das ist die letzte meiner Sorgen. Mein bester Freund wurde in ein schreckliches Leben  getaucht durch die Wachtturmgesellschaft und es ist meine Aufgabe, sein Leben wieder in die richtige Bahn zu bringen.

Brüder und Schwestern, diese Situation ist wahr und sie geschieht tausend mal in vielen Versammlungen auf der ganzen Erde. Was würdest du tun, wenn du in dieselbe Situation kommen würdest, oder eine Entscheidung treffen müßtest, wegen deinem Sohn oder Tochter? Was würdest du tun? Was erwartet Jehova oder Jesus von dir? Wie wirst du dich fühlen, wenn das Blutverbot nur noch eine alte vergessene Wachturm Lehre ist? Kannst du dir dann selber vergeben?

Brüder, ich bitte euch dringend, forscht nach, genau so wie Sam nachforschte nach dem  unnötigen Tod seiner Tochter. Du mußt nicht zu spät lernen so wie Sam und Simone! Der leitenden Körperschaft in Brooklyn lege ich ans Herz: " BITTE, BITTE  ändert diese Lehre und  macht sie zu einer Gewissenssache, BITTE !

Aukland Time, 17. August 1996

Ein junges Mädchen im Alter von 3 Jahren starb gestern abend im Hospital, nachdem seine Eltern eine Bluttransfusion aus religiösem Glauben ablehnten.

Angelique Perrota  fuhr  mit ihrer Mutter (im Auto) in Norden von Auckland als sie von einem Schnellfahrer gerammt wurde. Sanitäter waren an der Unfallstelle und eilten mit dem jungen Mädchen sofort in ein Hospital. Sie verlor sehr schnell  viel Blut. Die Eltern willigten nicht in eine Bluttransfusion ein, da es unter Zeugen Jehovas streng verboten ist, in jeglicher Form Blut aufzunehmen

Dr. Kilby sagte später, daß eine Bluttransfusion ohne Zweifel ihr Leben gerettet hätte, aber der Doktor ist bekannt bei den Zeugen, daß er das no- Blut Gesetz der Zeugen respektiert.

Es sind momentan ungefähr 11 000 Zeugen Jehovas in Neuseeland, die zu 40 Todesfällen im Jahr, beitragen wegen ihres "Kein Blut" Glaubens.

 

Update: 

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