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Ein
Leben im Kampf
Ihr Mann
wurde Opfer einer Sekte. Heute ist Janine Tavernier Präsidentin
der UNADFI, ein Verband privater Initiativen zum Schutz
vor Sekten.
Écoute:
Sie sind Präsidentin von UNADFI. Warum ?
Janine
Tavernier: Mein Mann wurde von Écoovie eingespannt.
Ich hatte das nicht erwartet: wir waren bis dahin eine
sehr einige Familie gewesen. Mein Mann ist ein vernünftiger
Mensch, pensionierter Marineoffizier. Aber er war
Ausbildungsbeauftragter bei der Handelskammer in Paris,
und dort traf er einen sehr brillanten Mann, einen
Mann, der ihn buchstäblich verführt hat.
Was
ist Écoovie?
J.T.:
Angeblich eine Gesellschaft für ökologisches Leben.
Der Guru gab sich als Inder aus. Sie schlugen sich alle
in Noisy-le-Grand im "Ersten einheimischen
Reservat Europas" durch, in Zelten. Sie schliefen
auf dem Boden und ihre streng vegetarische Ernährung
war völlig unzureichend.
Was
haben Sie getan?
J.T.:
Zuerst war ich verwirrt. Ich habe viele psychologische
Bücher gelesen und ich bin der ADFI beigetreten. Als
mein Mann zurückkehrte, habe ich es vermieden zu
sagen: "Du bist bleich, du hast abgemagert!",
sondern ich wußte, daß ich ihm sagen mußte: "Fühlst
du dich körperlich besser, seitdem du in dieser Gruppe
bist?" Man darf vor allem nicht kritisieren. Man
muß fragen: "Und das Geld, das du ihnen gibt, du
weißt wohl, was sie damit machen?"; "und das
Krankenhaus, das sie bauen sollten, ist es nun
fertig?" Es hat vier Jahre gedauert. Als mein Mann
wieder herauskam, war er ein Zombie. Er wog nicht mehr
als 43 Kilo".
Woraus
besteht jetzt Ihre Arbeit?
J.T.:
Ich bewerkstellige die Koordination zwischen den
Abteilungen der ADFI in Frankreich und ich habe
Kontakte mit Korrespondenten in der ganzen Welt. In
Paris empfange ich die Eltern von Opfern, um ihnen zu
helfen, und ich halte auch Vorträge.
Wie
reagieren die Sekten?
J.T.:
Haben Sie unten die Schleusenkammern gesehen? Man ließ
sie installieren, denn eines Tages stürmten um 10 Uhr
morgens 300 Anhänger der GEPM (Groupement européen
des professionnels du Marketing) herein. Die Polizei
wollte sie nicht hinauswerfen. Sie haben uns Dokumente
gestohlen und alle unsere Computer beschädigt. Wir
stehen seit drei Jahren mit ihnen in einem Prozeß.
Als die
Scientologen drei Monate mit Protestschildern vor
meinem Haus standen, hat sie die Polizei überwacht. Übrigens
passe ich sehr auf. Zum Beispiel bei Paketen: ich habe
eine Puppe aus schwarzem Gewebe erhalten, die anstelle
des Bauches eine Kartoffel hatte, die mit langen Nadeln
durchbohrt war. Das ließ mich eher lachen, vor allem
als die Kartoffel zu keimen begann: das Symbol des
Todes war zu einem Symbol des Lebens geworden!
Und
die Behörden?
J.T.: Im
Augenblick tut sich etwas in Frankreich. Es wird auch
Zeit!
Aus: Écoute.
Übersetzung: Friedrich Griess
Der Bericht wurde für
KIDS e.V. übersetzt
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